… und trotzdem leben! Meine 5 wichtigsten Leitsätze

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Warum sind Leitsätze für eine Trauergefährtin wichtig?

Wenn Du meinen Blog verfolgst oder sogar Abonnentin meiner Briefe bist, hast Du bereits eine Vorstellung von meiner Haltung zum Leben und allem, das dazugehört. Besonders wichtig ist mir, dass Du schon vorher weißt, mit wem Du es zu tun hast, wenn Du Deinen Kennenlern-Termin bei mir buchst.

Um mich auch selbst regelmäßig daran zu erinnern, warum ich tue, was ich tue, habe ich die folgenden Leitsätze formuliert. Die ich absichtlich nicht nummeriert habe; sie sind alle gleichermaßen wichtig für mich und mein Tun.

Ich möchte Dein Herz berühren

Vor einiger Zeit schrieb mir eine Abonnentin meines Newsletters: „Das, was Du schreibst, hat mich sehr berührt. Ich bin froh, dass Du mich daran erinnert hast, wie gut mein Leben jetzt ist.“

Die Welt wird durch mein Tun nicht unmittelbar zu einem besseren Ort. Die Welt ist, wie sie ist. Aber wir waren daran nicht unbeteiligt, sondern haben sie mit gestaltet – bewusst oder unbewusst. Darum glaube ich daran, dass ich zu einer besseren Welt ein kleines Bisschen beitragen kann.

Was ich auf jeden Fall kann und will: Dich erreichen. Ja, genau Dich. Denn eine meiner Fähigkeiten als Trauergefährtin und hochsensible Persönlichkeit ist es, das zu fühlen, was Du fühlst. Manche nennen es „Spiegelneurone“. Ich nenne es „Empathie“.

Wenn Du beim Lesen meiner Artikel oder Briefe nickst, lächelst, Dich nach dem Kontakt mit mir besser fühlst oder Tränen in den Augen hast, weil Du Dich gesehen und verstanden fühlst, habe ich alles erreicht.

Ich lebe im Jetzt

Warum glaube ich, dass das Leben im Jetzt gerade in Zeiten von Abschied und Trauer hilfreich sein kann?

Das hat viel mit meiner eigenen Geschichte zu tun: Mein Leben im Jetzt hat vor inzwischen sechs Jahren angefangen, als ich von einem Zuviel an Ehrgeiz, Zielen, Visionen und dem Versuch, die Beste in möglichst vielen Bereichen zu sein, komplett aus der Bahn geworfen wurde.

Innerhalb von zwei Monaten musste ich mich und mein Leben im wahrsten Sinne des Wortes abgeben und mir eingestehen, dass ich es allein nicht (mehr) schaffen würde. Auf einmal schien nichts mehr sicher. Mein befristeter Arbeitsvertrag wurde nicht verlängert. Da mein Leben bis zu diesem Zeitpunkt von meiner Arbeit bestimmt wurde, fehlte mir eine Idee, was ich machen sollte, wenn meine Seele wieder gesund wäre. Auch um den Bestand meiner Ehe und der einen oder anderen Freundschaft hatte ich Angst.

Meine Mutter starb während dieser Zeit. Sie war zwar schon 93 Jahre alt, aber es kam trotzdem unerwartet für mich. Das Leben verlangte offensichtlich nach tiefgreifenden Änderungen.

Schon während meiner erzwungenen Auszeit hatte ich das Lesen wiederentdeckt. Eines der Bücher, die ich gelesen habe, hat mich besonders auf- und durchgerüttelt: Björn Kern; Das Beste, was wir tun können, ist nichts. Das habe ich versucht. Und gleichzeitig geübt, einen Tag nach dem anderen zu leben. Wenn sich ein Tag als zu große Herausforderung erwies, habe ich mich stattdessen von einem „Jetzt“ zum nächsten gehangelt.

Eine sehr kluge Freundin verglich das Leben im Jetzt mit dem Atmen: Wir können nur jetzt atmen. Es ist nicht möglich, einen verpassten Atemzug nachzuholen. Und genauso wenig können wir „voratmen“, weil wir in ein paar Stunden keine Zeit dafür haben werden.

Obwohl ich natürlich auch Pläne mache, versuche ich, einen großen Teil meiner wachen Zeit im Jetzt zu leben, mit Achtsamkeit und den Augenblick genießend. Wenn ich merke, dass meine Gedanken in eine Richtung abdriften, die sich als Abwärtsschleife erweisen könnte, sage ich mir die magischen drei Worte: „Ich. Jetzt. Hier.“ Dann atme ich ein paarmal tief ein und aus, schließe die Augen und bitte gegebenenfalls eine höhere Macht um Unterstützung.

Danach bin ich wieder präsent, mit all meinen Sinnen. Hier und jetzt.

Ich produziere keinen Content, ich (be-)schreibe Gefühle

Auch dieser Leitsatz und damit die Unterscheidung zwischen dem Verkauf einer Dienstleistung und dem, was ich als Herzensarbeit bezeichne, ist mir sehr wichtig. Denn das, was ich tue und/oder schreibe, kommt aus meinem Innersten. Ich tue es nicht für Klicks oder Likes, für Geld oder Ruhm. Ich arbeite nicht – ich folge meinem Herzen. Und ich schreibe, weil „es aus mir schreibt“.

Natürlich ist es mein großer Traum, mit dem, was ich tue, so viele Menschen zu erreichen wie nur möglich. Und mir ist bewusst, dass ich meine Angebote auch verbreiten muss, um mir diesen Traum zu erfüllen. 😉 Trotzdem gilt mein vorrangiger Gedanke der Person, die ich erreichen will – und damit der Geschichte, die ich zu erzählen habe. Meistens jedoch denke ich gar nicht beim Schreiben, sondern schaue meinen Fingern zu, wie sie etwas protokollieren, was aus meinem Innersten zu kommen scheint. Dann „schreibt es aus mir“.

In einem Vortrag habe ich vor vielen Jahren den folgenden Satz gehört: „Kümmere dich nicht um Geld; tue nur das was dir am Herzen liegt.“ Dem stimme ich voller Überzeugung zu. Und glaube fest daran, dass auch die bedruckten Papierscheinchen den Weg zu mir finden werden, wenn ich mich daran halte. 😉

Ich halte Ziellosigkeit für einen wichtigen Seins-Zustand.

Ich brauche keine Vision, herausfordernde Ziele oder eine Mission. Denn in meinem Leben habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Erreichen eines (quantitativen) Ziels bei mir nicht nur zu Stolz und Zufriedenheit, sondern auch zu „Höher. Schneller. Weiter.“ führt.

Wenn ich stattdessen in den Tag hineinlebe und mit allen Sinnen und voller Konzentration das tue, hilfreich für Dich und erfüllend für mich ist, geht es mir am Ende dieses Tages gut.

Und wenn ich am Ende eines solch erfüllten Tages einschlafe und nicht wieder aufwache, habe ich das einzige Ziel erreicht, das mir wirklich wichtig ist: Glücklich und mit einem Gefühl der Dankbarkeit zu sterben.

Sabine Scholze hält einen Laptop im Arm und lächelt. Unter dem Bild steht in Schreibschrift: "... und trotzdem leben!" Dieser Satz ist die Überschrift über allen Leitsätzen.

Dieser Satz ist nicht bei meinen Leitsätzen aufgeführt. „und trotzdem leben“ ist meine Überschrift.

Ich vertraue dem Leben

Es hat einige Abschiede und Umbrüche in meinem Leben gegeben. Die Idee, zu irgendeinem Zeitpunkt damit zu hadern oder „Warum immer ich?“ zu fragen, ist mir nie gekommen. Ohne das jemals bewusst entschieden zu haben, war ich stets voller Vertrauen ins Leben und (s)einen Plan, den ich möglicherweise gar nicht kennen musste.

Heute, einige Monate nach dem plötzlichen Tod meines Mannes, habe ich immer wieder Phasen von tiefer Traurigkeit. Er fehlt mir jeden Tag. Auch meine anderen Liebsten (zwei- und vierbeinig) vermisse ich schmerzlich. Und doch waren es all diese Abschiede, die mich auf den Weg geführt haben, den ich jetzt gehe. 

Vielleicht fühlte und fühle ich mich deshalb beschützt, lebendig und geerdet, ganz egal, an welchem Punkt meines Lebensweges ich gerade stehe. Denn ich habe die tiefe Gewissheit, dass alles, was mir bisher begegnet ist, das Schöne wie das Schwere und Traurige, einen Sinn hatte.

… und trotzdem leben!

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Bis dahin bin ich gern an Deiner Seite.

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6 Gedanken zu „… und trotzdem leben! Meine 5 wichtigsten Leitsätze“

  1. Sehr schöne und wahre Worte, liebe Sabine! Man merkt Deinen Sätzen aber auch an, dass Du einen langen Weg gegangen bist, um dort anzukommen, wo Du jetzt stehst. Lebenserfahrung gehört dazu, und dass Du Geschichten aus Deinem Leben weitergibst, wird sicherlich für viele Leser*innen hilfreich sein.
    Schön, dass meine Fotos Deine Worte illustrieren dürfen!
    Liebe Grüße
    Sabine Prilop

    Anmerkung der „anderen Sabine“: Sabine Prilop bezieht sich mit ihrem Kommentar auf die erste Version meiner Leitsätze. Diese war mit zwei wunderschönen Bildern aus ihrer Fotowerkstatt illustriert und wird sich auf einer anderen Seite finden.

    Hier sind schon einmal die Bilder:

    Das erste von Sabine Prilop bearbeitete Foto.
    ... und #2.

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