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Wechseljahre – jetzt schon? Echt? 3 Gründe, warum ich immer noch nichts merke

Wechseljahre 2

Am 18. Oktober ist Welt-Menopause-Tag. Der wäre ähnlich spurlos an mir vorbeigegangen wie wahrscheinlich auch meine Wechseljahre, wenn nicht…

Bloggen über die Wechseljahre

Silke Geissen, Life-Coach für Frauen ab 45, veranstaltet eine Blogparade mit der Überschrift: „Wechseljahre und dann? Endstation Unsichtbar oder Time of your Life?“. Ohne diese Frage wäre ich nicht im Traum auf die Idee gekommen, über (meine) Wechseljahre nachzudenken.

Warum auch? Es geht mir großartig. Das Leben ist fein. Ich bin gesund, kann laufen und bin heute früh unfallfrei aus dem Bett gekommen. Alles gut also.

Jetzt allerdings frage ich mich: „Ist es denn schon soweit? Oder war es schon? Muss ich jetzt Depressionen bekommen? Mich hässlich, alt und nutzlos fühlen?“ Immerhin bin ich eine dieser Fiftysomethings, Silver Ladies, Golden Agers oder wie Frauen über 50 sonst noch gern genannt werden.

Das Nachdenken hat allerdings nicht allzu lange gedauert. Denn ich bin immer noch Sabine Scholze, Autorin, Bloggerin, Läuferin, Tierliebhaberin, Leserin, Multitalent, Übersetzerin von Frollein Frieda, Witwe

Deshalb werde ich die Teufelin tun und den ersten Teil von Silkes Frage beantworten. „Endstation Unsichtbar“ – so ein Blödsinn! Ich entscheide, ob ich sichtbar bin oder nicht. Sichtbarkeit ist für mich keine Frage des Alters oder der Wechseljahre, sondern eine der inneren Haltung.

Okay, wenn ich es recht bedenke, hat mir schon lange kein Bauarbeiter mehr hinterher gepfiffen. 😚

Fehlt mir das? Brauche ich Bauarbeiterpfiffe für mein Selbstbewusstsein? Nö. Genausowenig wie ich Gebärfähigkeit für mein (weibliches) Selbstbild brauche.

Wechseljahre? Sabine Scholze im Alter von 58 Jahren lächelnd mit Top, Tattoos, Sonnenbrille und Basecap .
Ganz ehrlich, liebe Bauarbeiter: Es ist mir sch…egal, ob Ihr pfeift!!

Warum merke ich nichts?

Dafür kann es drei Gründe geben:

  1. Ich hatte sie noch gar nicht, die Wechseljahre. Wenn es um körperliche Entwicklungen geht, war ich schon immer Spätzünderin.
  2. Die Wechseljahre sind unbemerkt an mir vorübergezogen. Wenn ich ganz doll nachdenke, kann ich mich daran erinnern, dass mir vor einigen Jahren immer mal morgens warm war… Dass ich ebenfalls seit einigen Jahren kühle Temperaturen sehr viel lieber mag als Hitze und so gut wie nie friere.
  3. Seit 1999 habe ich keine Gebärmutter mehr und seitdem auch einen sehr dezenten Zyklus. Vielleicht haben meine Hormone ganz leise, still und heimlich die Produktion heruntergefahren?

Mit der Hysterektomie bin ich vor 23 Jahren einen ähnlichen Weg gegangen wie Angelina Jolie und viele andere Frauen, die sich aufgrund einer genetischen Disposition für Brustkrebs quasi „vorsorglich“ ihre Brüste abnehmen ließen. Aufgrund eines nicht endgültig bestätigten Verdachts auf Gebärmutterhalskrebs riet mir mein Gynäkologe zu diesem Eingriff. Seine genauen Worte waren: „Liebe Frau Scholze, wenn Sie doch noch Kinder wollen, sollten Sie das schnellstmöglich erledigen. Wenn nicht, sollten Sie sich genauso schnell für die OP entscheiden.“

Das habe ich getan. Und weil ich mich schon damals eher über körperliche Leistungsfähigkeit definiert hatte und nicht über die, Kinder in die Welt zu setzen, war dieser Eingriff für mich zwar belastend, aber nicht lebensverändernd.

Ganz im Gegenteil: Es ging mir großartig mit weniger zyklusbedingtem „Psychokram“. Dass mein Körper durchgängig so funktionierte, wie ich es mir immer gewünscht hatte, gefiel mir auch. Und mein damaliger Freund bemerkte Monate nach der OP, dass ich sehr viel umgänglicher sei, seit ich „dieses PMS“ nicht mehr hätte. 😉

Wechseljahre
Mit 58 beim Langstreckenlauf auf Rømø.

Meine Entscheidung: Time of my life!

Gut, eine Sache gebe ich zu: Die Tatsache, dass Teile meines Körpers der Erdanziehung nachgeben, nervt mich. Allerdings nicht so sehr, dass ich deswegen mit Gesichtsyoga anfangen oder auch nur den Hauch eines Gedankens an Botox und Co. verschwenden würde.

Außerdem finde ich es doof, dass ich heute viel mehr trainieren muss, um ein halb so gutes Ergebnis zu erzielen wie „früher“. Und ich mag es auch nicht, dass ich seit einigen Jahren bei Volksläufen als „Seniorin“ gelte. Von jungen Menschen gesiezt zu werden ist auch irgendwie…

Natürlich besteht die Gefahr, dass mir die Abhängigkeit meines Wohlbefindens von der körperlichen Leistungsfähigkeit ähnlich auf die Füße fällt wie manchen Geschlechtsgenossinnen die Definition des Lebenssinns über die Fruchtbarkeit. Deshalb versuche ich es seit einiger Zeit mit etwas weniger Druck und stattdessen größerer Freundlichkeit mit mir selbst. Manchmal klappt das. 😉

Meine persönliche Krise hatte ich nicht wegen körperlicher Gebrechen; sie fand ausschließlich in meinem Kopf statt. Und obwohl es eine ziemlich harte Zeit war, hat sie mich wie alles vorher genau hierher geführt: Ins Heute. Ins Leben. In die Zufriedenheit und sehr oft auch ins Glück.

Natürlich wünsche ich mir, dass wir Frauen den Wechseln in unseren Leben mehr Raum und Beachtung geben. Dass wir den Eintritt in eine neue Entwicklungsstufe nicht nur selbst feiern, sondern auch dafür gefeiert werden. Dass unser Status in der Gesellschaft dadurch vielleicht sogar steigt – andere Kulturen machen das seit Jahrhunderten vor.

Wir haben jedoch nur Einfluss auf unsere eigene Haltung. Gegen die Veränderung können wir genauso wenig tun wie gegen das Älterwerden. Aber wir können uns für alles lieben, was wir sind.

Und falls das mit dem Lieben nicht sofort klappt: Fangen wir doch mit Akzeptanz an!

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