Monatsrückblick September 2021 – Challenges und Tränen

September 2021 Maisfeld

Mein September 2021 war geprägt von Trauer (noch mehr als in den beiden Monaten zuvor) und diversen Challenges. Rückblickend scheint es mir, als hätte mich meine innere Antreiberin durch den Monat gejagt, ohne Zeit für Atempausen einzuplanen. Und so bin ich jetzt, am Ende dieses Monat, sehr, sehr müde.

Doch das Leben ist fair. Es hält Überraschungen und Freude bereit – und die dunkle Jahreszeit, auf die ich mich noch nie so gefreut habe wie dieses Jahr. Rückzug, Neuorientierung, ausgiebiges Muckeln in meinem neuen Zuhause und viele Entdeckungsspaziergänge mit Frollein Frieda. Doch ich greife vor.

Das neue Zuhause
Was es mit diesem Foto auf sich hat, erfährst Du etwas weiter unten.

Meine Challenges im September 2021

Wie Seth Godin wollte ich jeden Tag einen Blogartikel schreiben. Und weil ich Sabine Scholze heiße und schon immer unter galoppierender Selbstüberschätzung gelitten habe, sollten es im September 2021 insgesamt 60 Artikel werden: jeweils 30 für das Frollein Frieda und 30 für mich.

Ganz ehrlich: Beim Anblick der Zahl „60“ kratze ich mich gerade am Kopf und stelle mir ernsthaft die Frage, ob ich noch alle beisammen hatte…

Die Ausbeute: Es sind 38 Artikel geworden. Mehr als die Hälfte. Und natürlich ist Frieda wieder zu kurz gekommen…

Ein vollgeräumter Dachboden - meine Seite habe ich im September 2021 geleert.
„Meine Seite“ des Dachbodens vor dem Entrümpeln.

Meine zweite Challenge hatte mit Aufräumen und Entrümpeln zu tun. Ich habe bei meiner Bloggerkollegin Uli Pauer die Challenge „Entrümpeln mit System und Power“ mitgemacht. Anfangs wurde von mir noch jeder Fund fotografisch dokumentiert. Aber sehr schnell habe ich das aufgegeben und nur noch Kisten gezählt. Denn ich habe nicht entrümpelt, um ein paar Sachen weniger zu haben, sondern weil ich in mein neues Leben mit möglichst kleinem Gepäck starten wollte. „Meine Ecke“ des Dachbodens ist jetzt leer. Schön leer. 🙂

Gelaufen bin ich auch. Allerdings hänge ich gerade etwas nach bei meiner 2021-Ultra-Challenge von Virtual Runners. Was unter anderem daran liegt, dass mich die Trauer förmlich überrannt hat und meine Energie an vielen Tagen nur für ausgiebige Hunderunden gereicht hat.

Trauerphase 3: Suchen und sich trennen

Diese Phase soll laut Verena Kast Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern. Schön, aber auch sehr schmerzhaft sein. Stimmt.

Ich halte oft Zwiesprache mit meinem Liebsten, überall. Am häufigsten jedoch finde ich ihn draußen, wenn ich mit Frieda unterwegs bin. Manchmal auch, wenn ich renne wie blöd. Obwohl er mit „Draußen“ so gar nicht viel im Sinn hatte und gern in seinem Keller herumkramte, wenn das Wetter die meisten anderen in die Natur rief.

Aber so waren wir: Zwei Boote, die ihren Heimathafen auf einer kleinen Insel hatten. Während des Tages sind wir in unseren Booten herumgefahren, jede/r in eine andere Richtung. Abends haben wir wieder angelegt. Und manchmal hat er schon auf mich gewartet.

Ich weiß nicht, wo sein Boot jetzt ist. Deshalb stehe ich zurzeit viel im Maisfeld, höre dem Rauschen zu und rede mit ihm. Manchmal antwortet er. Dann höre ich einen Raubvogel schreien. Oder der Wind frischt auf.

September 2021 12

Die Entdeckung der Tonaufnahme 😉

Eines Tages war ich verzweifelt. Ich hatte noch nichts gebloggt, wollte aber unbedingt meine selbst verordnete Challenge durchhalten und nicht nach knapp zwei Wochen aufgeben. Ein paar Tage vorher hatte ich schon für Frollein Frieda einen hörbaren Artikel veröffentlicht – warum also nicht auch für mich? Der Titel beschrieb sehr genau meine aktuelle Unlust: Ich habe keine Lust – nicht für 5 Pfennige! Und obwohl es mir ja nur darum ging, „irgendwie arbeitssparend“ etwas zu veröffentlichen, hat es Spaß gemacht.

Allerdings bin ich auch streng nach dem Motto meines Mannes vorgegangen – obwohl das meiner inneren Perfektionistin ziemlich schwer gefallen ist…

Ich habe keine Lust

Wegen dieser inneren Perfektionistin habe ich gleich danach meinen Lieblings-Ex-Freund angerufen, den Sänger und Pianisten Sam White. Und ihn um Hilfe bei der Einrichtung eines semiprofessionellen Tonstudios gebeten. Die er mir selbstverständlich zugesagt hat. Jetzt müssen wir nur einen gemeinsamen Termin finden. Er ist auch eines dieser vielbegabten Multitalente – und engagierter Papa.

Ein neues Zuhause und ein neues Leben

Während meiner vielen Spaziergänge mit Frieda, in meinen besonders traurigen Phasen und beim Schreiben kam mir immer wieder der Gedanke, dass ich da, wo ich wohne, nicht mehr zuhause bin. Eines Tages sprang mich die Erkenntnis an, dass ich niemals an diesem Ort, an dem ich mit meinem Liebsten gelebt habe, wirklich zuhause war. Ich hatte meine Wurzeln in ihm und war deshalb seit seinem Tod entwurzelt.

Nachdem ich diesem Gefühl Raum gegeben hatte, ging alles sehr schnell: Eine Wohnung hat mich gefunden, und seit ein paar Tagen ziehe ich dort ein. Die letzten Umzugsaktivitäten finden am 3. Oktober statt. Lasse ich das „deutsch“ weg, wird es für mich ein Tag der Einheit werden, Neuanfang und Rückzug gleichzeitig. Heute Abend habe ich Frieda bei unserem Spaziergang erklärt, dass wir nur noch dreimal schlafen müssen, bevor wir dann zuhause schlafen. Zuhause… Hach…

Spätestens jetzt weißt Du, was es mit dem Foto am Anfang meines Rückblicks auf den September 2021 auf sich hat: Es ist mein neues Zuhause. Das sich im berühmten Dankelshausen (260 Einwohnerinnen – und nein, ich habe keine „0“ vergessen!) bei Scheden im Landkreis Göttingen befindet. Frieda und ich wohnen im Dachgeschoss.

Von Witzenhausen habe ich mich am letzten Sonntag verabschiedet. Meinen Liebsten nehme ich mit; wer im Herzen bleibt, kann nicht verlorengehen.

Darüber habe ich im September 2021 geschrieben

Keine Angst, ich werde hier nicht alle meine 38 Artikel aufzählen! 😉 Die kannst Du im Blog nachlesen, wenn Du magst.

Besonders am Herzen liegen mir diese:

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Sabine Scholze hält einen Laptop im Arm und lächelt.

Und im Oktober so?

Zuerst ziehe ich um. Dann richte ich mich ein. Finde Ruhe. Am 13. Oktober erwarte ich voller Freude und zwischen 8 und 16 Uhr einen Telekommunikationsfachmenschen, der mir das Internet anschaltet. Bis dahin werde ich ganz oldschool Bücher lesen, DVDs gucken und mein Smartphone als Hotspot nutzen. Du darfst mir die Daumen für ein gutes Mobilfunknetz drücken.

Wenn ich mit Ankommen fertig bin, werde ich mich an die Bearbeitung meines Buches „Frauen denken. Männer nicht. Denken Frauen.“ machen. Die Lektorin hat schon mächtig vorgelegt.

Und dann freue ich mich einfach auf die dunkle Jahreszeit, gemütliches Herumliegen und lange Kennenlernspaziergänge. Ob sich Frieda auch freut, werden wir sehen… Es gibt eine Menge Hunde in Dankelshausen, und mit ihren Kolleginnen hat sie es ja nicht so… 😉

September 2021 Frieda und ich

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5 Gedanken zu „Monatsrückblick September 2021 – Challenges und Tränen“

  1. Liebe Sabine, ich kann eigentlich immer dasselbe schreiben. Du. Schreibst. Einfach. Toll! Und immer sehr berührend. ich bewundere dich für deine reflektierte Trauerarbeit. Aber hetz‘ dich nicht, ok? Irgendwas in mir spürt eine innere Trauer-Challenge bei der Frau Scholze 😉.
    Ich freue mich sehr, dass ihr ein hübsches neues Nest in einem hübschen alten Nest gefunden habt. Liebe Grüße, Silke

  2. Ganz viel Erfolg, liebe Sabine, bei all Deinen Vorhaben! Ein Neuanfang im Herbst hat eine ganz besondere Intensivität, die zu leben sich lohnt. Vielen Dank auch für Deine klugen Worte! Lass Deine Gedanken weiterhin fliegen wie die Drachen auf dem Stoppelfeld, lebe Dich gut ein und sieh nach vorn, den Stunden entgegen, die kommen werden, frisch wie der Herbstwind.
    Ich freue mich immer, wenn ich eines der Bilder aus unserem Shooting sehe! Es war super mit Dir.
    Liebe Grüße von Sabine Prilop

  3. Liebe Frau Scholze,
    was hab ich mich kaputt gelacht schon allein beim ersten Satz!! 😀 Ich zitiere: „Wie Seth Godin wollte ich jeden Tag einen Blogartikel schreiben. Und weil ich Sabine Scholze heiße und schon immer unter galoppierender Selbstüberschätzung gelitten habe, sollten es im September 2021 insgesamt 60 Artikel werden: jeweils 30 für das Frollein Frieda und 30 für mich.“

    Ich breche weg! 😀 Und das einzige, was ich mir danach noch dachte war: „Kacke, aber ich glaub ich bin auch so. Nur im Vergleich zur Sabine fällt es mir nicht einmal auf! Ist das jetzt gut oder schlecht!?“ 😀

    Und: Gib deiner Trauer Zeit. Es geht nicht so schnell wie man immer gerne hätte. Ich bin selbst nach einem Jahr nicht durch. *seufz!*

    1. Liebe Natalie, herzlich Willkommen im Club der eiligen Selbstüberschätzerinnen! 😉 Und vielen Dank für Deinen schönen Kommentar.

      Zeit für Trauer und Traurigkeit… Der neue Artikel dazu ist gerade in Arbeit. Meine Mutter ist 2015 gestorben, mein Lieblingsonkel 1996 – sie fehlen mir noch heute. Und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denke.

  4. Pingback: 12 von 12: Mein 12. Oktober 2021 –

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