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10 Dinge, die ich nicht tue, wenn ich Nachrichten konsumiere

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Spinnen die denn alle? Das darf ja wohl nicht wahr sein!

So oder ähnlich denkt es in mir, wenn ich doch einmal auf einem Nachrichtenkanal lande oder im Gespräch mit politisch interessierten Menschen.

Eines ist sicher: Wenn ich nicht sehr gut aufpasse, sitze ich schneller im Erbostheitszug als ich „Das will ich nicht wissen!“ sagen kann.

Deshalb haben früher meine Tage häufig so ausgesehen: Früh aufstehen (das tue ich auch heute noch), Kaffee kochen und an den Schreibtisch. Der Plan lautete, an meinem Buch, einem neuen Artikel, dem Newsletter zu schreiben. Sofort. Ohne den Umweg über Zeitfresser wie Nachrichten oder Social Media.

Wenn dann nicht ausschließlich die Word-Datei mit dem Entwurf, sondern außerdem Facebook oder Twitter geöffnet waren, hing ich – schwupps! – in einer Endlosschleife von Erbostheit, Wut, Aufregung, Kopfschütteln, Fassungslosigkeit… Dem ganzen Programm eben, das mein äußerst leistungsfähiges Gehirn gern von mir unbestellt zur Verfügung stellt.

Nachrichten – so wichtig?

Da ich schon einmal dabei war, mich über Social Media aufzuregen, konnte ich doch gleich noch einen Blick auf die Nachrichten werfen. Aha. Politikerhochzeit auf Steuerkosten. Krieg. Haferflocken sind aus. Benzin wird teuer. Im Winter werden wir alle erfrieren. Oder an Skorbut sterben. Arm und krank sind wir ja jetzt schon. Alle. Ausnahmslos.

Oft überkam mich das dringende Gefühl, mich politisch betätigen zu müssen. Vielleicht wenigstens eine Online-Petition unterschreiben… War da nicht auch diese interessante Analyse in der Wochenzeitschrift? Vielleicht sollte ich noch einen bissigen Kommentar auf Social Media verfassen?

Nachrichten aus aller Welt.

Machen Nachrichten uns glücklich?

Dankbarkeit und kreative Ideen hatten sich längst verabschiedet und Platz gemacht für Sarkasmus und ein deprimierendes Gefühl von Sinnlosigkeit. Immer mehr steigerte ich mich in einen allgemeinen Groll gegen so ziemlich alles. Auch gegen den doofen Nachbarn, der immer seinen Teil des Bürgersteigs fegt. Der olle Spießer, der!

Merkst Du etwas? Gut. Ich habe nämlich nichts gemerkt. Jedenfalls nicht, wenn ich mich in der beschriebenen Endlosschleife befand. Dann war mein Blickfeld eingeschränkt und meine Konzentration nur auf das gerichtet, was in dieser Welt nicht gut ist. Und spätestens dann war es vorbei damit, für mich und meine Umgebung erträglich, geschweige denn eine Bereicherung zu sein.

Wie geht es Dir nach dem ausgiebigen Konsum aller Nachrichtenkanäle, die die heutige Zeit zu bieten hat? Zaubert Dir die morgendliche Zeitungslektüre ein freundliches Lächeln auf die Lippen? Wie ist es mit den Troll-Kommentaren unter dem Artikel, den Du eigentlich gar nicht zu lesen geplant hattest? Machen die Dich froh? Nein?

Warum lesen wir diesen Mist?

Wollen wir so sein? Ist es unser Wunsch, uns auf das zu konzentrieren, was uns Sorgen macht oder aus der Fassung bringt? Doch wohl nicht. Warum machen wir es trotzdem?

Möglicherweise könnte die Gehirnforschung oder Neurobiologie mit einer wissenschaftlichen Erklärung aushelfen. Diese Konzentration auf schlechte Nachrichten hat etwas mit unserer Evolution zu tun: Zu Zeiten des Säbelzahntigers und übelwollender Nachbarstämme war das nämlich ein Überlebensvorteil. Denn eine verpasste negative Nachricht hätte nichts weniger als den Tod bedeuten können.

Das menschliche Gehirn während des Konsums von Nachrichten.

Da seit längerer Zeit keine Säbelzahntiger mehr gesichtet wurden: Wollen wir einmal versuchen, uns „einfach“ auf das zu konzentrieren, was wir wollen und was uns gut tut, statt auf das, was uns ängstigt?

Denn eines ist sicher: Wir tun eine Menge Dinge nicht, während wir uns vom Außen mit Nachrichten bewerfen lassen.

Bei mir sind es diese:

10 Dinge, die ich nicht tue, während ich Nachrichten konsumiere

  1. Schreiben. Dir, Geschichten, Blogposts, Tagebuch…
  2. Fotografieren.
  3. Mit Frollein Frieda spazieren gehen.
  4. Laufen.
  5. Den Vögeln beim Zwitschern zuhören.
  6. In der Sonne sitzen.
  7. Zubereiten und/oder Verspeisen einer guten Mahlzeit.
  8. Lesen.
  9. Eine angenehme Unterhaltung führen.
  10. Gute Laune haben.

Für mich 10 gute Gründe, Augen und Ohren von den Nachrichten zu lassen.

Natürlich könnte ich das alles trotzdem tun. Aber es würde überschattet sein von meiner schlechten Laune, die ich mir angelesen habe, von Wut über Umstände, die ich nicht beeinflussen kann, vielleicht sogar von (Zukunfts-) Ängsten.

Welches sind Deine 10 Gründe?

Was meinst Du dazu? Schreib gern in den Kommentaren, in welchen Momenten Du einfach nicht aus der „Ich denke mich schlecht“-Nummer herauskommst. Oder schreib, wenn Du Dich schon immer auf das Gute konzentriert hast – die anderen Leserinnen und ich wollen wissen, wie Du das machst!

Ich freue mich auf Deine Gedanken und Erfahrungen!

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9 Gedanken zu „10 Dinge, die ich nicht tue, wenn ich Nachrichten konsumiere“

    1. Benutzerbild von SaSchWiz

      Ohja! Wenn ich mit meiner lieben (Gassi-) Freundin und weiteren 12 Beinen spazierengehe, maule ich möglicherweise auf den ersten Kilometern noch rum. Aber irgendwann ist es dann gut. Richtig gut. Dafür gilt mein Dank auch genau dieser (Gassi-) Freundin, die meine Maulerei aushält und trotzdem beim nächsten Mal wieder mitkommt. 🙂

  1. Benutzerbild von Veronika

    Wie gut du diese Reinsteiger-Schleifen beschreibst! Ich hab Nachrichten schon vor Jahren verbannt – und recherchiere gezielt, wenn was interessantes oder notwendiges meinen Weg kreuzt. Warum? Weil ich mich nach Nachrichten nicht nur schlecht sondern regelrecht hilflos fühlte. Geballte Probleminfirmationen ohne Lichtblick oder Lösungsansatz. Da geh ich lieber Türen und Möglichkeiten suchen. 🙂

    1. Benutzerbild von SaSchWiz

      Du hast sowas von Recht! 😉 Und ich bin sehr sicher: Mit dem Konsum von Nachrichten und den darauf folgenden von Dir beschriebenen Gefühlen werden wir der Welt keine Hilfe sein… Möglichkeiten- und Türensucherinnen tun ihr ganz bestimmt besser.

  2. Benutzerbild von Isabelle

    Großartig geschrieben! Unterschreibe ich zu 100%.
    Ich verbringe dann Zeit in endlosen Gesprächen mit meinem Mann, spiele mit meinen Kindern oder unterhalte mich mit ihnen während ich was leckeres koche, überlege was ich den Mamas aus meiner Community Gutes tun kann, erfinde neue Wege für Mamas in die Kraft zu kommen und im Familienalltag Geld zu verdienen und und und… I Love it. ❤️😀🔥

  3. Benutzerbild von Nora

    Liebe Sabine, Ich bin total Deiner Meinung. Und ich habe auch aufgehört zu viel Nachrichten zu konsumieren. Nur mehr ausgewählt und zu bestimmten Zeiten.
    Ich verbringe lieber meine Zeit mit meinen Kindern, meinem Mann und dem Hund. Mit arbeiten, Lebensfreude und Welt kreieren.

    Aber deine Blogartikel lese ich dann doch immer wieder .-)

    Alles liebe Nora

  4. Pingback: Cancel culture, Woke-Wahnsinn und Winnetou: Muss mein Kindheitsheld jetzt für immer verschwinden?! - PRojektText | Nicole Isermann

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