8 Gründe, aus denen ich Träume und Visionen für extrem überbewertet halte

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Traeume Visionen Beitragsbild 2

Am 22. September habe ich angefangen, über (meine) Träume und Visionen nachzudenken. Dies habe ich nach einer langen Zeit der Visionsabstinenz getan, weil eine Blogparade mich dazu aufgefordert hat: „Träumst Du noch Dein Leben oder lebst Du schon Deinen Traum?“ heißt sie und findet statt auf der für Frauen wie Dich und mich sehr spannenden Seite „Lemondays“.

Träume auf Wohnmobilen und Garagentoren

Weil in mir ein sehr großer Widerspruchsgeist wohnt, habe ich natürlich erst einmal den einen oder anderen ketzerischen Gedanken zum Thema „Träume leben“ gedacht. Vor meinem inneren Auge ploppten diese Sprüche auf ordentlich gepflegten und polierten, vor allem aber entschieden zu langsam vor mir her fahrenden Wohnmobilen auf: „Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deinen Traum!“, „Deine Träume haben kein Verfallsdatum. Gib sie nicht auf.“, „Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen.“ uswuswusw…

Aber auch das eine oder andere Garagentor wartet inzwischen mit Lebensweisheiten auf: „Wer die Sterne sehen will, muss in den Himmel schauen.“ oder „Du bist nie zu klein, um groß zu träumen!“

Das Frollein Frieda hält sich eine Pfote über die Augen - als Schutz vor übertriebenen Träumen und Visionen.

Begriffliche Abgrenzung Vision, Traum, Ziel

Weil gleich neben dem Widerspruchsgeist eine Forscherin wohnt, bin ich erst einmal auf Spurensuche gegangen. Und habe festgestellt, dass ich mich tatsächlich auf den Duden beschränken muss, wenn ich eine Definition der Begriffe Vision, Traum, Ziel haben möchte, die nicht nach vermögensberaterischem Motivationsgedöns klingt oder sonstwie subjektief (kein Rechtschreibfehler!!!) eingefärbt ist.

  • Vision: übernatürliche Erscheinung als religiöse Erfahrung, optische Halluzination, in jemandes Vorstellung besonders in Bezug auf Zukünftiges entworfenes Bild.
  • Traum: im Schlaf auftretende Abfolge von Vorstellungen, Bildern, Ereignissen, Erlebnissen, sehnlicher, unerfüllter Wunsch, etwas traumhaft Schönes; Person, Sache, die wie die Erfüllung geheimer Wünsche erscheint
  • Ziel: Punkt, Ort, bis zu dem jemand kommen will, den jemand erreichen will, Ende einer Wettkampfstrecke (das durch eine Linie, durch Pfosten o. Ä. markiert ist), etwas, was beim Schießen, Werfen o. Ä. anvisiert wird, getroffen werden soll, etwas, worauf jemandes Handeln, Tun o. Ä. ganz bewusst gerichtet ist, was jemand als Sinn und Zweck, angestrebtes Ergebnis seines Handelns, Tuns zu erreichen sucht, Zahlungsfrist, -ziel; Termin

Und was machen wir jetzt mit unseren Träumen, Visionen und Zielen?

Mir fielen mir die Bilder ein, die ich mir während der letzten Jahre und teilweise unter größeren Schmerzen vom Tattookünstler meines Vertrauens habe stechen lassen:

Unter anderem deshalb fühlen sich für mich Träume und Visionen eher einengend als inspirierend an. Ich denke, im „hoffnungs- und furchtlosen“ Jetzt bin ich tatsächlich besser aufgehoben.

Die restlichen 7 Gründe, aus denen ich das Träumen und Visionieren auch weiterhin bleiben lassen werde

  1. Ich lebe im Jetzt. Dort gehöre ich hin, das kann ich gestalten, erleben, genießen.
  2. Träume und Visionen setzen (mich) unter Druck, denn sie zwingen mich dazu, (Etappen-) Ziele und To-Do-Listen zu formulieren, um dorthin zu gelangen.
  3. Wenn mir der Versuch, etwas in meinem Gehirn zu produzieren, Stress und/oder unangenehme Gefühle bereitet, gibt es für mich keinen vernünftigen Grund, diesen Versuch weiter zu verfolgen. Die Forderung nach Träumen und Visionen macht mir Stress.
  4. Das Leben hat mir ein paarmal zu häufig gezeigt, dass es meine Ideen recht putzig findet und ganz andere Pläne mit mir hat. Auf die ich mich ohne eine Vision oder einen Traum viel besser einlassen kann.
  5. Ich will flexibel reagieren können. Ich glaube aber, dass mein Sichtfeld eingeengt ist, wenn ich die ganze Zeit einem Traum nachjage.
  6. Ich tue grundsätzlich nicht das, was „man“ von mir erwarten könnte oder was gerade „trendy“ ist. Und ein Blick in viele (vor allem gesponserte) Beiträge bei Facebook, Instagram & Co. zeigt mir, dass Träume und Visionen gerade „trenden“. Halte mich für einen trotzigen Kindskopf. Mir doch egal!!! 😝🥳
  7. Ich bin da, wo ich gerade bin, weil ich da sein soll. Es gibt für mich gerade überhaupt keinen vernünftigen Grund, woanders hin zu wollen. Stattdessen möchte ich das, was mir diese Lebensphase an Erkenntnissen und Erlebnissen bietet, so lange leben, wie es eben dauert. Ich werde merken, wenn etwas anderes dran ist.

Wenn ich mich in die Natur stelle, die Augen geschlossen, tief atmend, vielleicht einen Hauch von Sonne auf meinem Gesicht, den Duft der jeweiligen Jahreszeit in der Nase und einer tiefen Zufriedenheit im Herzen, lebe ich (m)einen Traum.

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Sabine Scholze hält einen Laptop im Arm und lächelt.

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