Monatsrückblick Oktober 2021 – Ankommen, Freiheit und ein Buch

Oktober 2021 Laufen

Mein Oktober 2021 begann mit einem wunderbaren Kompliment: „Du hast die Straße so viel bunter gemacht!“

Das waren die Worte des alten Herrn aus der Nachbarschaft, der sich von mir verabschiedet hat. Er hatte sich sehr beeilt, um mich noch zu erreichen und stand jetzt etwas wackelig und außer Atem neben meinem Lieferwagen.

Weil er unter Gicht leidet, ist er nicht sehr gut zu Fuß. Trotzdem absolviert er täglich einen großen Spaziergang und vorweg gymnastische Übungen in seinem Garten. Dabei habe ich ihn regelmäßig getroffen, wenn ich meinerseits auf meiner Laufrunde unterwegs war.

Er schaute zu mir auf und lächelte. „Du bist eine wirklich feine Frau, persönlich und sportlich.“ fügte er hinzu. Dann weinten wir beide ein bisschen.

Das war der emotionalste Teil meines Umzugs. Von Witzenhausen und meinem alten Leben hatte ich mich schon im September verabschiedet.

Ankommen im neuen Zuhause

Im Oktober ging es ums Ankommen. Und ich bin angekommen, in meiner neuen Wohnung und im gemütlichen Dankelshausen. Ich habe mich eingerichtet, mit Hilfe meiner Freund/innen eine Menge Sachen zusammengebaut, sehr schnell meine neue Heimat mit langen Spaziergängen und fast ebenso langen Läufen erkundet. Das Frollein Frieda entwickelt sich hier übrigens vom Briefträgerschreck zum Langstreckenhund. Aber darüber wird sie in ihrem eigenen Monatsrückblich noch bellen.

Damit mich auch der Liebste hier finden konnte, habe ich ihm Licht gemacht. Er hatte vor längerer Zeit eine alte Eisenbahnerlaterne vom Sperrmüll gerettet und mit nach Hause gebracht. Die habe ich geputzt und samt dicker roter Kerze in meinen Wintergarten gestellt.

Da ich gleich in meiner ersten Nacht im neuen Zuhause von ihm geträumt habe, gehe ich davon aus, dass es funktioniert hat.

Die Anordnung der Fotos gehört zu meiner Definition von „Frei-Sein“. Ich habe eine ganze Weile daran gebastelt, sie irgendwie gleich groß zu machen. Hat nicht geklappt. Dann habe ich mir gedacht:

Ein  buntes Frühstücksbrettchen, auf dem steht: "Egal. Ich lass' das jetzt so."

 


Übungen im Frei-Sein

Eine von mir hoch geschätzte Freundin hat mir den Rat gegeben, ich solle mich „im Frei-Sein üben“. Das habe ich getan und akribisch die folgenden Punkte „abgearbeitet“: Keine Termine, keine To-Do-Listen, nur sehr wenig Arbeit, das Smartphone nahezu ununterbrochen im „Nicht-Stören-Modus“ – und an einigen wenigen Tagen ist es mir sogar gelungen, ins Bett zu gehen, ohne mir einen Wecker zu stellen. An den anderen habe ich wie verrückt gesnoozt und bin so immer auf mehr als acht Stunden Schlaf gekommen. Ich, die ich bisher den Glaubenssatz hatte, dass mir weniger als fünf Stunden Nachtruhe reichen!

Frieda und ich sind spazierengegangen, wenn wir es an der Zeit fanden. Vom Schreibtisch bin ich aufgestanden, wenn mein Rücken fand, dass ich etwas Yoga machen sollte. Gelaufen bin ich nach Lust und Laune und hänge jetzt etwas mit meinen Kilometern für die Ultra-Challenge 2021. Mein Süßigkeitenkonsum ist noch einmal angestiegen, aber auch das habe ich mir großzügig erlaubt.


Beruf(ung) und Schreiben im Oktober 2021

Zum beruflichen Teil gibt es nicht ganz soviel zu sagen. Meine erste und wichtigste Aufgabe im Oktober (nicht nur, was meine Berufung betrifft): Ich lasse mich in Ruhe. Wenn ich damit fertig bin, schreibe ich.

Inzwischen habe ich alle bisher von meiner wunderbaren und hilfreiche Kommentare schreibenden Lektorin Nathalie Bozcar bearbeiteten Kapitel meines Buches „Frauen denken. Männer nicht. Denken Frauen.“ (Achtung! Nur zum Gucken! Das Buch ist zurzeit nicht erhältlich.) meinerseits überarbeitet.  Allerdings fehlt noch eine Menge: Seit der Veröffentlichung 2012 habe ich noch über meine Ehe mit einem ganz besonderen Menschen zu berichten – mit dem gemeinsam eine Menge Geschichten produziert wurden.

Zum Weihnachtsgeschäft werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit also nicht fertig. Das ist aber nicht schlimm. Denn eine Veröffentlichung anlässlich des Weltfrauentages am 8. März 2022 oder zur Weiberfastnacht fühlt sich ebenso gut an. 😉

Falls Du nicht so lange warten möchtest, kannst Du Dir hier eine Leseprobe der 1. Auflage von 2012 herunterladen: 


Außerdem arbeite ich an einem neuen Freebie. Es geht um eine gute Tagesplanung für uns Multitalente und darum, wie wir es anstellen, uns genau die individuell passende Menge an Projekten vorzunehmen. Falls Du meine Denkanstöße abonniert hast, erfährst Du es als Erste. Falls nicht, kannst Du das hier nachholen:


Das habe ich im Oktober 2021 sonst noch geschrieben


Meine Pläne für den November

Diesen Teil kann ich kurz halten. Ich bin mit dem Ausruhen und Mich-In-Ruhe-Lassen noch nicht fertig.

Was ich im November nicht tun werde

  1. Ich werde mich nicht coachen lassen, weder persönlich noch mittels irgendwelcher Tools. Wenn ich ein altes Haus renoviere, schaue ich besser erst nach dem Fundament und rufe die Dachdeckerin, wenn es (wieder) stabil ist.
  2. Ich werde mich nicht aus der Ruhe bringen lassen, weil ich das Gefühl habe, dass andere viel mehr tun und schaffen als ich.
  3. Ich werde keine To-Do-Listen mit zeitlichen Vorgaben erstellen.
  4. Ich werde Dir nichts versprechen, was ich nicht halten kann.
  5. Ich werde jedem Druck, den ich mir selbst machen könnte, geflissentlich aus dem Wege gehen.

Was ich mir für November vorgenommen habe

  1. Das Frei-Sein üben.
  2. Sehr viele Pausen machen.
  3. Die dunkle Jahreszeit mit allen Sinnen genießen.
  4. Das tun, wozu ich gerade Lust habe und solange diese Lust anhält. Danach höre ich wieder auf. 😉

 

8 Gedanken zu „Monatsrückblick Oktober 2021 – Ankommen, Freiheit und ein Buch“

  1. Liebe Sabine, ich liebe deine Art zu schreiben. Diese Mischung aus ironisch, salopp und dann wieder tief berührend. Ich musste schmunzeln und weinen in deinem Rückblick. Ich habe das Gefühl, ich weiß ziemlich gut, wie es da so drin aussieht in dieser Seele. Und der Schluss, GROßARTIG, November ganz kurz, ich bin mit dem Ausruhen noch nicht fertig. Danke, danke, danke für diesen Oasen Rückblick mit Herz und Witz

  2. Liebe Sabine, ich habe ein breites Grinsen im Gesicht, wenn ich Deine Zeilen lese. Ich mag Deinen Humor und Deine Art, die Dinge zu betrachten und ins Wort zu nehmen. Du machst das soooo sympathisch und es ist so intelligent, so weit voraus denkend , was Du schreibst . Ich mag auch, wie Du Dein Leben lebst. Vorwärts. Mit offenem Herzen. Ich freue mich auf mehr!

    1. Liebe Evelyn, jetzt sitze ich wieder an meinem Laptop und muss ein Nickituch (meine Taschentücher sind zu klein…) herbeischleppen, weil mich Deine (und Euer aller) Zeilen so berühren. Dankeschön!

      Und irgendwann demnächst muss ich ein schöneres Wort für „Danke“ erfinden. 😉

  3. Liebe Sabine, ich kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschließen … wie du mit Humor und (Über-)Lebenswillen die wilden Wellen deines Lebens meisterst: Tschapooo!!! Respekt!!! … und du bist mir dabei immer ein Vorbild, meinen Antreiber einfach in den Urlaub zu schicken … DANKE.und eine warme Herzumärmelung. Liebe Grüße Umani

  4. Liebe Sabine,

    ich lese deine Beiträge immer sehr gerne – manchmal werde ich ein wenig erschöpft beim Lesen und frage mich, wie du das alles schaffst. Mit Freude habe ich gelesen, dass du es ruhiger angehen willst. Eine harte Übung – ich weiß wie sich das anfühlt! Ich wünsche dir dabei gutes Gelingen und viel Vertrauen.

    Alles Liebe, Korina

    1. Liebe Korina, ich mache doch schon ganz langsam und gemütlich! Echt! 😉 Jedenfalls für meine Verhältnisse.

      Jetzt schreibe ich zwar nicht extra, aber auch für Dich gleich meinen Beitrag zum Adventskalender der The Content Society. Da geht es auch um „sich in Ruhe lassen“ und sehr viel „Jetzt“.

      Liebe Grüße aus der Lebensmitte an die Lebensmitte!

      Sabine

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