Nicht geschimpft ist Lob genug! Oder???

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In vielen Betrieben, bei waldorfungeschulten Eltern und Konsumentinnen von so ziemlich allem scheint mir „Nicht geschimpft ist Lob genug!“ die dominierende Haltung zu sein. Der Service im Restaurant ist gut? Da geben wir gern 80ct. Trinkgeld. Die Bedienung kommt nicht sofort an unseren Tisch, weil das Lokal voll ist? Dann wird sofort losgeschimpft, vielleicht sogar aufgestanden und gegangen. Das habe ich schon sehr oft gemacht…

Eine Kollegin hat uns jetzt schon zum x-ten Mal Arbeit abgenommen. Wir nehmen dieses freiwillige Geschenk mehr oder weniger unkommentiert entgegen. Eines Tages ruft sie am Montagmorgen an, dass sie erkältet sei. Hörst Du Dich „Klar, Montagskrankheit!“ denken?

Ich finde das wirklich schade, denn es könnte uns soviel besser gehen, wenn wir statt lauter Mimimi und Mumumu, Motznörgeln und Kritisieren, statt unserer so häufig defizitären Sicht auf die Welt, die Menschen und unsere direkte Umgebung einmal die Potentiale und das Liebens- oder Lobenswerte sehen könnten.

Wann hast Du das letzte Mal jemanden gelobt?

  • Wann hast Du Dich das letzte Mal bei dem Menschen, der die öffentliche Toilette sauber hält, dafür bedankt, dass er oder sie das für Dich tut?
  • Wann Deiner Mitarbeiterin oder Kollegin das letzte Mal gesagt, dass sie ihren Job wirklich gut macht und das auch genauso gemeint, statt aus dem Buch „Motivation für Dummies“ abzulesen?
  • Wann Deine Kinder für das gelobt, was sie heute getan haben – mit Beispielen?
  • Ist Dir heute beim Einkaufen aufgefallen, wie kreativ lackiert die Fingernägel vieler Kassiererinnen sind? Und hast Du schon einmal daran gedacht, dafür ein Kompliment zu machen?
  • Hast Du Deiner Nachbarin in letzter Zeit einmal eine Kleinigkeit mitgebracht, weil sie immer Deine Pakete entgegennimmt?
  • Ist Dir schon einmal der Gedanke gekommen, dass der Mensch an Deiner Seite keine Selbstverständlichkeit ist? Könntest Du Dir vorstellen, Dich einmal dafür zu bedanken, dass er oder sie Deine Launen, Müdigkeit, Morgengesicht und Nachtgeräusch nicht nur erträgt, sondern Dich trotzdem liebt? Hast Du genau jetzt Lust, ihm oder ihr das auch einmal zu sagen?

„Nicht geschimpft ist Lob genug“ ist kein gutes Motto!

Ja, ich weiß, das ist sehr viel verlangt für eine durchschnittliche Mitteleuropäerin, der nach zwei Urlauben im Jahr, den Raten für den Mittelklassewagen, der neuen Wohnzimmereinrichtung, dreimal im Monat Essengehen und Einkauf beim ökologisch korrekten Discounter nur noch ein paar Hundert Euro für die Notwendigkeiten des Lebens bleiben und die deswegen nun wirklich genug Sorgen hat! Wie sollen denn da noch Potentiale entdeckt werden? Wie sollen wir denn, wenn wir immer nur den Blick auf die eigenen Schuhspitzen richten, erkennen, was um uns herum vorgeht?


In Goldschrift steht da "great job!" und klingt viel besser als "Nicht geschimpft ist Lob genug."

Bei uns selbst anfangen mit dem Loben

Ich habe eine Idee: Fang gleich morgen früh bei Deinem eigenen Spiegelbild an. Sage Dir freundlich „Guten Morgen, meine Liebe!“, schau Dir dabei in die Augen und hör auf, an diesem Pickel und Deinen Nasenhaaren herumzupuhlen.

Das machst Du eine Woche lang. Danach sagst Du zusätzlich dem ersten Menschen, der Dir nach der Spiegelsession über den Weg läuft, irgendetwas Nettes. Nicht ausgedacht, sondern so gemeint.

Das machst Du wieder eine Woche lang, zusammen mit der Spiegelsession.


Dann gestaltest Du Dein „Ich entdecke die lobenswerte Welt“-Programm anspruchsvoller: Du findest während Deines Alltags mindestens fünf Menschen, die etwas gut machen. Und das sagst Du ihnen. Mit Deinen eigenen Worten. Ohne „Aber“. Ohne eine Kritik hinzuzufügen oder einen Verbesserungsvorschlag. 
Das machst Du bis Ende des Monats. Wenn bei Dir gerade der 29. ist, bitte bis Ende nächsten Monats. 😉


Wenn Du es bis hierher geschafft hast: Herzlichen Dank für Deine Aufmerksamkeit! Du hast das ganz großartig gemacht! Ich bin sicher, dass Du ein besonders liebenswerte, kluge, empathische und feinsinnige Leserin bist!

Und Du bist auf dem besten Weg, es nicht nur Dir, sondern auch anderen schön(er) zu machen!

 

Mach es Dir schön – SOFORT! 😉

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2 Gedanken zu „Nicht geschimpft ist Lob genug! Oder???“

  1. Super klasse! Da hab ich mir gleich ein paar Anregungen mitgenommen.
    Es ist so an der Zeit, endlich wieder den Fokus auf Stärken und „gut gemacht“s und „du bist gut, wie du bist“s zu lenken, statt auf die rot markierten Fehler und angeblichen Mängel.
    Danke Sabine, dass du immer so tolle Beiträge schreibst!

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