Zwei einfache Fragen, die Ihnen das Leben erleichtern werden

​Liebe Leserin, lieber Leser,

​wie oft haben Sie ​sich schon gefragt: „I​st denn ein ‚Dankeschön!‘ wirklich zuviel verlangt?“ ​Das ist eine Frage, die sich auch „ganz normale“ Menschen stellen. Uns Hochsensible und Multi​talente trifft es allerdings besonders. 

​​​Wir sehen es. Wir können es. Wir sind schnell. Vieles von dem, was wir tun, bereitet ​uns nur wenig Mühe. Deswegen übernehmen ​wir Multitalente ​so gern unbeauftragte Zusatzaufgaben. ​Wir sehen, dass etwas getan werden muss und tun es.  ​Die einen tun das, ohne darüber nachzudenken, weil sie einfach nicht anders können. Andere – und das sind oft diejenigen, die außerdem mit Hochsensibilität bedacht wurden – denken sich: „Meine Vielbegabung ist ein Geschenk. Ich habe nichts dafür getan. Also habe ich doch sogar die Verpflichtung, mich dafür zu revanchieren!“

„Hier!“ schreien, bevor jemand gefragt hat – machen sie das auch?

​Wir sind die Ersten, die bereit sind, Krankheitsvertretungen oder Zusatzaufgaben im Betrieb zu übernehmen, guten Bekannten beim Umzug zu helfen, die Steuererklärungen der Verwandtschaft zu erledigen, …

​Wenn Sie dieses Bedürfnis, anderen zu helfen, ebenfalls haben: Machen Sie fast genauso weiter! Hilfsbereitschaft ist gerade in unseren Zeiten eine wertvolle Eigenschaft.

​Erwarten Sie keinen Dank!

Trotzdem möchte ich Ihnen etwas ausreden: Für Ihr Mehr-Tun, Mehr-Engagement, Ihren Einsatz einen Dank zu erwarten – oder auch nur ein Bemerkt-Werden. Denn erstens ist die Wahrscheinlichkeit, dass kein „Dankeschön!“ kommt, relativ hoch. ​Die überwiegende Mehrheit der Menschen wird Ihr Mehr-Engagement sehr schnell für selbstverständlich halten und deswegen bald nicht mehr wahrnehmen. Viele werden es auch nicht merken, weil ihnen der Blick​ über die eigenen Angelegenheiten hinaus fehlt.​

​Das ist Ihnen zu abstrakt? Sie hätten gern ein Beispiel? ​Bitteschön: An Ihrem Arbeitsplatz sind Sie eine der Ersten, die in Krankheitsfällen einspringt, Arbeit mit erledigt, wenn sie ​sieht, dass etwas liegengeblieben ist und Aufgaben übernimmt, die Ihnen niemals ​gegeben wurden?

Dann werden Sie besser nicht krank oder unpässlich oder lassen auch nur ein kleines Bisschen in Ihrem Engagement nach; das wird auffallen! Viel mehr als alles, was Sie vorher mehr getan haben.

Tun Sie, was Sie tun wollen, weil Sie es gern tun!

Seien Sie deshalb nicht enttäuscht. Schimpfen Sie nicht auf die Ignoranz Ihrer Mitmenschen. Tun Sie das, was Sie (für andere) tun, weil Sie Lust dazu haben, weil es Ihnen ein Bedürfnis ist und weil Sie aus Ihren Tätigkeiten eine​ Befriedigung ziehen. Tun Sie es für sich. Weil Sie es können und weil Sie gern helfen. Tun Sie es nicht für ein Dankeschön, dass möglicherweise nicht kommen wird.

Ich bin sicher, auch Mutter Theresa hat ihr Leben damit verbracht, anderen zu helfen, weil es ihr ein Bedürfnis war und nicht, um eines Tages den Friedensnobelpreis dafür zu erhalten.

​Stellen Sie sich ​zukünftig liebevoll die folgenden Fragen immer dann, wenn Sie einen Impuls verspüren, einzuspringen, über das bezahlte Maß hinaus zu arbeiten, zu helfen…: ​

  • Tue ich das, weil ich es tun will?
  • ​Tue ich das, weil ich Lust dazu habe?
  • ​Oder tue ich das, ​weil ich einen Dank dafür erwarte?
  • ​​Oder weil ich glaube, es wird von mir erwartet?

​Danach halten Sie noch einmal kurz inne und fragen sich, ob Sie das, was Sie zu tun im Begriff sind, immer noch gern tun wollen, wenn es von niemandem bemerkt wird.

Verspüren Sie dann immer noch den Impuls: Tun Sie es!

​Hilfsbereitschaft ist etwas Schönes und Wichtiges, ​ und wenn es Ihr tiefes Bedürfnis ist zu helfen – helfen Sie!

Wenn Sie jedoch helfen wollen, weil Sie glauben, dass Sie dann „liebgehabt“ und geschätzt werden – dann fragen Sie sich, was Sie jetzt, in diesem Moment, für sich selbst tun können. Sie werden es sich danken! 😉

​Und damit es nicht zu kompliziert wird (ich weiß, wir HSP lieben das Komplizierte!), stellen Sie sich ab sofort die folgenden beiden Fragen, wenn „etwas in Ihnen“ den Drang verspürt, über irgendwelche Stöckchen zu springen, die Ihre Mitmenschen Ihnen hinhalten:

1. Macht mir das Spaß? 2. Tut mir das gut?

Das ist Ihnen zu einfach? Probieren Sie es aus! Das Leben ist einfach – und Sie ​dürfen es genießen!

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Selbstoptimierung - Nein Danke!

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