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Zurück zur Seelenfamilie – 5 Fragen an Umani Wendler

Umani Wendler Beitragsbild neu

Warum dieses Interview die Überschrift „Zurück zur Seelenfamilie“ trägt, erfährst Du weiter unten. Es ist ein kleiner Ausschnitt aus einem (meine Sichtweise) bereichernden Interview.

Um Umani Wendler zu beschreiben, braucht es mehr als nur ein paar wenige Worte. Allein die Tatsache, dass Umani ihre vielfältigen Talente jetzt schon auf zwei Websites untergebracht hat, gibt eine Idee von einer spannenden, vielseitigen, bunten, kreativen, empathischen, nachdenklichen, reflektierten, weisen, naturverbundenen (…) Persönlichkeit. Und das sind nur die Eigenschaften, die mir spontan einfallen.

Ihre nicht nur schreibenden Aktivitäten kannst Du auf ihrer Seite „Umanis Freie Wortwahl“ mitverfolgen. Falls Du Kinder im „auszugsfähigen“ Alter hast und ihnen etwas Gutes tun willst, kannst Du dort auch ihr Buch „Start ins Leben. Erfolgreich auf eigenen Füßen“ erwerben. Ein solcher Ratgeber hätte sicher Heerscharen von jungen Menschen ihren Sprung in das eigene Leben erleichtert. Schön, dass es jetzt dieses Buch gibt, was mit seinem umfangreichen Wissen die jungen Menschen dabei unterstützt, ganz sicher und selbständig ihren Weg zu finden.

Doch das ist nur eine Seite von Umani, denn sie malt auch. Auf ihrer Seite „Kunst & RaumConsulting“ findest Du dazu mehr. Ich kann einen Besuch auf Umanis Websiten oder ihrem Instagram-Profil unbedingt empfehlen.

Doch zurück zum Interview, bei dem ich ihr meine 5 Fragen zu Abschied, Tod und Trauer gestellt habe.

Wir haben uns per Zoom getroffen. Einmal, weil ich das Gefühl hatte, ein persönliches Gespräch über diese wichtigen Themen sei angebracht, zum anderen, weil es einfach an der Zeit war, dass wir uns einmal wieder austauschen.

Hier sind Umanis Antworten:

Umani Wendler Beitragsbild

1. Was bedeutet der Tod für Dich?

Ganz kurz: Der Tod ist ein Teil vom Leben.

Etwas länger: Der Tod gehört genauso zum Leben wie die Geburt. Und genau wie die Geburt kann das Sterben von unterschiedlicher Länge und Intensität sein. Egal, wie es sich gestaltet: Der Tod ist ein ganz natürlicher Schritt.

Meine erste Begegnung mit dem Tod hatte ich, als meine Mutter sehr plötzlich starb. Aus verschiedenen Gründen hatten wir damals 2 Jahre lang keinen Kontakt miteinander. Dann klingelte eines Abends mein Telefon und im Display leuchtete „Mutti“ auf.

Wir haben 2 Stunden miteinander geredet, über alles gesprochen, was uns wichtig war, die Tränen flossen, wir wollten uns wiedersehen und zum Schluss fielen die Worte: ich hab dich lieb.

Zwei Tage später ging sie mit ihrem Mann einkaufen, fiel um, war tot…

Ihr Tod stellte für mich einen großen Lebensumbruch dar. Ein halbes Jahr lang war ich wie in Zeitlupe unterwegs. Und danach war in meinem Leben nichts mehr wie vorher.

Der Tod meiner Mutter führte  dazu, dass ich mich  mit dem Tod auseinanderzusetzen begann. Ich begann in meinem Leben die Prioritäten neu zu setzen. Ich begann viel mehr im Hier und Jetzt zu leben.

Ihren Höhepunkt fand diese Auseinandersetzung vor 15 Jahren. Im Rahmen meiner schamanischen Ausbildung habe ich eine Nacht in (m)einem Grab verbracht. Das Ziel dieses Rituals ist es, sich mit der Angst vor seinem eigenen Tod zu konfrontieren und die Nacht im Grab zu verbringen, um sich am nächsten Morgen wieder selbst neu ins Leben zu gebären.

Ich habe das Grab selbst ausgehoben, habe an diesem Tag alles so gemacht, als wäre es zum letzten Mal, eine Grabrede und ein Testament geschrieben. Ich war quasi ein Teil meiner eigenen Beerdigung.

Und Du stellst Dir an diesem deinem letzten Tag Fragen: Wer wird wohl  an meinem Grab stehen, um sich zu verabschieden? Was hätte ich noch tun wollen?

Bei dieser Zeremonie hat mir die Erfahrung mit dem Tod meiner Mutter sehr geholfen.

Natürlich hatte auch ich Angst vor dieser Zeremonie. Doch ich machte dort eine sehr erstaunliche Erfahrung: In diesem Grab habe ich mich so sicher gefühlt wie nirgendwo sonst davor. Ich fühlte mich wohl in  Großmutter Erde, auch wenn um mich herum alles dunkel und geschlossen war.

Das war eine der Situationen, die mich gelehrt haben, dass der Tod mein Freund ist. Er ist mir nahe. Und mit dieser Erkenntnis und gemachten Erfahrung lebe ich seitdem anders und setze andere  Prioritäten.

2. Fühlst Du/hast Du Kontakt zu Deinen Liebsten? Wenn ja, wie nimmst Du sie wahr?

Meine Mutter ist mir seit ihrem Tod näher denn je. Ich fühle eine ganz tiefe Verbindung mit ihr.

Manchmal glaube ich, dass die dissoziierten Zustände, die ich während meiner Kindheit erlebt habe, eine Art „Vorübung“ für das gewesen sind, was mir heute möglich ist: Ich kann mit einem geistigen Teil von mir  überall hinreisen, auch in andere Dimensionen. Deshalb ist es für mich einfach, mit meinen Liebsten in Kontakt zu treten bzw. mich mit ihnen zu verbinden.

Seit ich diese Fähigkeit zulasse, habe ich keine Angst mehr. Und ich spreche aus Erfahrung, da ich ein Zeitlang mit Panikattacken leben musste und aus eigenem Erleben weiß, wie sich Angst anfühlt.

Manche Abschiede sind endlich – die Person ist tot. Doch dann gibt es auch Abschiede von geliebten Personen, die nicht tot sind. Zum Beispiel, wenn zur  geliebte Person kein Kontakt mehr besteht. Das tut weh, ist manchmal sehr schwer auszuhalten. Da ist dann eine Trauer um etwas, das da ist, aber eben auch nicht mehr da ist, oder eben nicht mehr für mich. Das nagt dann im Inneren, ohne das im Außen eine Lösung möglich ist. Dafür gibt es keinen Grabstein. Das Umfeld fühlt sich damit meist überfordert. Damit bleibt man oft allein.

Wenn der Schmerz um so einen Abschied oder eine Trennung  nachlassen, wobei ich das Gefühl habe, dass er nie versiegt, stellt sich eine Form von innerer Freiheit ein. Die Hoffnung auf eine Veränderung bleibt jedoch immer bestehen.

3. Wie gehst Du mit dem Gedanken an Deine eigene Endlichkeit um?

Ich bin tiefenentspannt. (Lacht.)

Ich bedanke mich jeden Abend für meinen Tag und heiße jeden Morgen einen den neuen Tag willkommen. Für mich  ist nicht selbstverständlich, dass ich wieder aufwache. Auch das hat mich der Tod meiner Mutter gelehrt. .

Ich versuche meine alltäglichen Dinge gut sortiert zu halten, lasse immer mehr los, räume auf, minimiere die weltlich materialistischen Dinge, die mich umgeben. Ich will denjenigen, die nach mir meine Wohnung ausräumen müssen, so wenig wie möglich zur Last fallen. Als Folge meiner Grabzeremonie habe ich ein kleines Buch mit allen wichtigen Daten angelegt. Ich sehe gerade bei einer Freundin, die im letzten Jahr überraschend ihren Mann verloren hat, wie sie mit all der Bürokratie des Danach schwimmt, keine Passwörter, keine Zugänge … das will ich meiner Tochter oder wem auch immer ersparen.

Ich gehe auch ungern im Streit auseinander. Ich weiß ja nie, ob es wirklich ein neues Morgen geben wird. Daher ist mir meine Lebenszeit sehr kostbar. Ganz grundsätzlich kann ich Small-Talk und Oberfläche nicht so gut; Austausch mit Tiefe geht mit mir sehr viel besser. Das ist auch ein Grund, warum ich mich mittlerweile von  „Blabla“-Themen oder Energieräubern lieber fern halte. Ganz ohne Wertung. Jeder darf so sein, wie er ist.

4. Wenn Du eines Tages gehst: Was möchtest Du der Welt hinterlassen?

Ich hinterlasse schon jetzt etwas: Mein erstes veröffentlichtes Buch und viele Bilder. Gemalte Heilbilder auf Leinwand, manche in groß, manche in klein. Bei den bisher noch nicht verkauften erstelle ich in meinem kleinen „Nachlass-Buch“ gerade eine Liste, welches nach meinem Tod zu wem verschenkt werden soll. Und auf jeden Fall plane ich noch ein paar Bücher zu veröffentlichen – die dann von mir in dieser Welt bleiben.

Umani Wendler Buch 1

Das ist mein Erbe. Einen Grabstein brauche ich nicht. Am liebsten wünschte ich mir, das meine Asche in alle Winde verstreut werden würde. 

Doch bis es so weit ist, ist mir vor allem wichtig, dass ich meinen Frieden im Innen habe. Denn das ist in meinen Augen der einzige Weg, um auch Frieden im Außen zu schaffen.

5. Was glaubst Du, wohin Du gehen wirst?

Ich bin aus dem Seelenstaub des Universums gekommen und dahin werde ich auch, wenn es Zeit ist, wieder zurückgehen. Meine Seele hat dann die bestmöglichen, tollsten Erfahrungen im Gepäck und wird reich beschenkt zu meiner Seelenfamilie zurückreisen.

Ich glaube daran, dass alles was ich hier auf der Erde erlebe, meine Seele vorab in meinen Lebensplan geschrieben hat. Ich kann auch frei, meistens aus dem Kopf heraus, bestimmen, wie ich hier leben will, doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich mich zu sehr von meinem Seelenplan entfernt habe, mir mein Körper Zeichen in Form von Krankheiten schickt, die mir zeigen, dass ich vom Weg abgekommen bin … dann halte ich inne und höre wieder mehr auf mein Herz. Es ist erstaunlich, dass seitdem mein Leben viel leichter geworden ist. Und irgendwann wird  meine Seele sagen: „Ich habe hier alles erlebt. Jetzt gehe ich wieder zurück.“

Liebe Umani, dieses Interview hat meine Seele bereichert – danke dafür!

Wir haben noch über viel mehr gesprochen: Inneren Frieden, den Ort, an den wir zurückkehren; natürlich habe ich mir von Umani auch sehr ausführlich ihre Erfahrung im eigenen Grab beschreiben lassen.

Und die Vorstellung, eines Tages zu (m)einer Seelenfamilie zurückzukehren, finde ich unglaublich tröstlich – genauso wie die Idee, dass ich selbst meinen Lebensplan entworfen habe und nicht irgendein anonymes Schicksal.

Es ist schön, dass es Menschen wie Umani gibt, die mit ihrem So-Sein zu einer besseren Energie in dieser Welt beitragen. Und ich bin sehr froh und glücklich, dass sie in meinem Leben immer mehr werden.

Umani Wendler Bild

Danke auch für Deinen Hinweis, wie wir unseren Hinterbliebenen noch zu unseren Lebzeiten etwas Gutes tun können: Indem wir ihnen die Suche nach den wichtigsten Unterlagen, Passwörtern und ähnlichem ersparen.

Wenn Du, liebe Leserin, das gern sortiert tun möchtest, schreib mir und ich schicke Dir meine Checkliste.

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