Ziele machen Druck – aber ich will grenzenlose Energie

Ziele machen mir Druck. Deshalb schaue ich lieber nach oben und lasse mich vom Leben inspirieren.

Ja, Ziele machen mir Druck! Immer, wenn ich Wochen- oder auch nur Tagesziele formuliere, spüre ich, wie mein Puls nach oben geht, meine Atmung flacher wird und ich ein Gefühl von Gehetztsein entwickle.

Und: Ja, der Mensch braucht Ziele! Denn ein Schiff ohne Ziel kommt schließlich nirgendwo an, oder? Und ohne ein Ziel ist kein Weg der richtige, nicht wahr? Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg. Gerade habe ich diesen Spruch gefunden: „Die aber am Ziel sind, haben den Frieden.“ Sollte nicht allein deshalb eines meiner wichtigsten Ziele sein, immer ein Ziel zu haben?

Ziellosigkeit ist für viele gleichbedeutend mit „In-den-Tag-hineinleben“ oder „Den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.“ Außerdem: „Wer selbst kein Ziel hat, arbeitet meistens für die Ziele anderer.“

Da sitze ich jetzt also zwischen allen möglichen Zielen und frage mich, ob ich eine Versagerin bin.

Sabine Scholze sitzt mit besorgtem Gesichtsausdruck vor einem Laptop und hat den Kopf auf die Hände gestützt. Sie denkt über Ziele und Druck nach.

Ziele setzen. So wichtig?

Als es darum ging, in einer neuen Wochenaufgabe meiner Bloggerinnen-Gäng das Thema „Wie ich den Sommer für mein Business nutze“ zu bearbeiten, war gerade mein Mann gestorben. Mein einziges Ziel war es, eine Stunde nach der anderen irgendwie zu überstehen. Ich fand das sehr ambitioniert – und nicht mit Zahlen messbar.

Weil ich aber ein Stehauf-Frauchen bin, habe ich mich etwas später doch gefragt, wo ich hin will. X Abonnentinnen meines Newsletter bis zum Tag Y? Oder vielleicht sechs Fachartikel pro Woche? Ganz etwas anderes? Vielleicht sollte ich mich mit dieser Erfahrung einer sehr öffentlichen Art der Trauer noch einmal ganz neu erfinden? Meine Herzfrequenz befand sich bei diesen Gedanken im Bereich des zügigen Dauerlaufs, die Luft, die ich einatmete, blieb irgendwo zwischen Hals und Brustkorb stecken, und in meinem Kopf brüllte eine sehr laute Stimme: „Nein! Das bist du nicht!!!“

Aber wenn ich keine Person bin, die sich Ziele setzt: Wer bin ich dann? Bin ich ein Looser? Taumele ich richtungslos von einem Ort zum anderen? Werde ich am Ende meines Lebens sagen: „Ach, hätte ich doch nur Ziele gehabt!“

Ganz davon abgesehen stimmt das nicht. Ich bin eine Person, die sich Ziele setzt: Einen Marathon finishen, einen Halbmarathon unter zwei Stunden laufen, fünfmal die Woche trainieren, 2021 Kilometer im Jahr 2021 laufen, bis zu einem bestimmten Termin 59,9 kg wiegen…

Drei Medaillen für Marathons - als Beleg für meine sportlichen Ziele

Das sind Ziele. Keine Lebens-, keine Business- und keine monetären Ziele. Aber alles Ziele, die ich bereits erreicht habe – mit unglaublich viel Spaß und ohne das Gefühl, mich mörderisch dafür angestrengt zu haben.

Ist ein Leben ohne Ziele möglich?

Während ich mit mir und meinen nicht vorhandenen Zielen haderte, las ich Artikel meiner Kolleginnen. Einer davon senkte umgehend meine Herzfrequenz und ließ mich wieder tief ein- und ausatmen: „Sommerflaute? Der Druck von Zielen und die Freiheit kreativer Planung“ meiner Mitbloggerin Veronika Stix.

Der Artikel setzte einen Denkprozess in Gang. Als erstes wollte ich dieses für mich absolut negativ beleumundete Vermögensberater- und Verkäuferwort „Ziele“ ersetzen. (Liebe Vermögensberaterinnen und Verkäuferinnen, das ist nicht despektierlich gemeint – nur eben nicht gut für mich…) Mir geht es nur am Rande oder beim Sport um etwas Messbares. Mir geht es um ein Gefühl. Und ich werde wissen, dass ich angekommen bin, wenn ich dieses Gefühl verspüre.

Das wird der Fall sein, wenn ich am Ende eines Tages zu mir sagen kann: „Genau heute habe ich meinen perfekten Tag gelebt!“ Oder: „Boah, ich lebe ja schon seit Monaten perfekte Tage und habe es nur noch nicht gemerkt!“ 😉

Es ist dieses Gefühl, das ich bereits heute habe, wenn mir jemand in ihrem Kommentar schreibt, dass sie sich von mir verstanden fühlt. Dass ich (be-)schreibe, was es in ihr denkt. Und dass ihr allein das schon geholfen hat. Oder wenn ich bei einer Lesung in freundliche, interessierte und je nach Thema berührte oder lachende Gesichter blicke.

Mein Ziel: Ankommen. Bei mir. Und damit auch bei Dir.

Ich werde bei mir angekommen sein, wenn mein Leben und mein Tun so bunt sind wie die Ideen in meinem Kopf, wenn ich mich nicht (mehr) festlege, unter Druck setze, an mir arbeite, etwas werden will, das ich noch nicht bin. Und nur, wenn ich bei mir bin, kann ich auch gut bei Dir sein. Dann ist es egal, in welcher Weise ich Dich begleite; ob ich Selbstcoaching-Tools entwickle, einen Podcast oder Youtube-Videos mache, Bücher schreibe, 1:1 berate, ein Seminar oder einen Vortrag halte.

Du wirst fühlen, das ich an Deiner Seite bin. Und natürlich wirst Du dann auch gern dafür bezahlen… 😉

Jetzt ist wichtig!

Atmen kann ich nur jetzt. Ich kann nicht nachatmen, weil ich es gestern vergessen habe, und ich kann nicht voratmen, weil ich morgen keine Zeit dafür haben werde.

Auch das Leben passiert jetzt. Das heißt nicht, dass ich nicht plane – das tue ich sehr wohl. Aber die Erfahrung gerade der letzten Wochen hat mir gezeigt, dass es sehr viel wichtiger ist, im Jetzt zu sein, genau diesen Augenblick zu genießen und soviel gute Energie in diese Welt zu schicken, wie ich nur kann.

Dafür brauche ich keinen Plan und keine Ziele. Dafür brauche ich Liebe und Vertrauen ins Leben.

Wenn Du jetzt das Gefühl hast, auch noch mehr Selbstwertschätzung, Liebe und Vertrauen in Deinem Leben haben zu wollen, freue ich mich, wenn Du Dich in meinen Newsletter einträgst. Er hat genau das zum Ziel.

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3 Gedanken zu „Ziele machen Druck – aber ich will grenzenlose Energie“

  1. Super Beitrag! Ich bin so froh, dass ich nicht allein bin mit dem Druckempfinden. Mir gehts auch so, dass die Definition des Wortes „Ziel“ so einschränkend wirkt. Emotionen, Erlebnisse, die Energie von etwas lassen sich schwer messen – und sind doch meine wertvollsten Erfolge.
    Mein Highlight in deinem Zeilen: Ich kann nicht nachatmen! Das JETZT ist wichtig. Danke <3

    1. … und wenn Du nicht genau diesen Gedanken mit Deinem Artikel angeschubst hättest, wäre ich jetzt wahrscheinlich krampfhaft mit der Formulierung messbarer Ziele beschäftigt! 😉 Ich danke DIR. 🙂

  2. Pingback: 21 Wünsche an das Leben - 2021 –

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