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Peter geht die Sonne putzen

Die Sonne putzen - hier käme der kleine Peter vielleicht sogar dran... Ein Sonnenuntergang am Meer.

Diese Geschichte handelt von Peter, einem kleinen Jungen, der sich auf den Weg macht, um die Sonne putzen. Ich wünsche Dir viel Freude beim Lesen einer weiteren Trost- und Mutmachgeschichte!

Peter lebte zusammen mit seinen Eltern und vielen Spielsachen in der Stadt. Peter war zufrieden mit seinem Leben. Er besuchte die Schule, versuchte, dort so viel wie möglich zu lernen und ging nachmittags wieder nach Hause. Wenn er seine Aufgaben erledigt hatte, ging er nach draußen und spielte mit seinen Freunden all die Spiele, die kleine Jungen gern mögen.

Abends, wenn die Sonne hinter den Häusern unterging, schaute Peter ihr vom Balkon aus dabei zu. Sobald sie nicht mehr zu sehen war, schickte seine Mutter ihn mit den Worten ins Bett: „Peter, Zeit zum Zähneputzen und Schlafengehen! Die Sonne ist morgen wieder da, wenn du aufstehst.“

Auch während der nächsten Tage hätte es genauso weitergehen können. Doch etwas kam dazwischen.

Achtung! Sand aus der Sahara!

Denn am nächsten Abend kündigte die Frau im Fernsehen für die nächsten Tage Wind aus der Sahara an und sagte dazu: „Wenn Sie, liebe Zuschauerinnen, während der nächsten Woche überall eine dicke Staubschicht sehen: Lassen Sie das Staubwischen. Es wird noch mehr Sand kommen.“

Peter wurde ganz aufgeregt. Er lief zu seiner Mutter und fragte: „Mama, was wird denn dann mit der Sonne? Kommt der Sand aus der Sahara da auch hin? Und was ist, wenn sie deshalb nicht mehr leuchtet? Dann wird es ja dunkel hier!“

Wüstensand aus der Sahara - deshalb muss Peter die Sonne putzen gehen.

„Nein, mein Junge. Du musst dir keine Sorgen machen. Die Sonne ist sehr, sehr weit weg von der Erde. Da kann gar nichts passieren. Wirst sehen, morgen früh geht sie wieder auf. Aber jetzt marsch ins Bett!“

Doch die Worte seiner Mutter hatten Peter nicht beruhigen können. Er konnte vor lauter Sorge darüber, dass es nie wieder hell werden würde, nicht einschlafen. „Hat denn niemand daran gedacht, dass die Sonne auch geputzt werden muss?“ fragte er sich. Aber davon hatten sie im Fernsehen nichts gesagt. Ganz im Gegenteil: Gar nicht putzen sollte man, weil ja immer noch mehr Sand kommen würde.

Und wenn der Wüstensand doch bis zur Sonne geweht würde? So weit konnte sie ja von der Erde auch nicht weg sein. Wie hätte er sie sonst jeden Morgen von seinem Kinderzimmerfenster aus sehen können?

Peter geht die Sonne putzen

Nein, es war besser, wenn er sich selbst darum kümmern würde. Peter zog sich leise an, packte ein paar Sachen in seinen kleinen Rucksack, nahm ein paar Bananen und Nüsse mit und schrieb seinen Eltern einen Brief. „Ihr müsst euch keine Sorgen um mich machen. Ich bin unterwegs zur Sonne. Die muss vielleicht doch geputzt werden. Wenn ich damit fertig bin, komme ich wieder. Tschüss, euer Peter.“

Er legte den Brief auf den Küchentisch, ging auf Zehenspitzen zur Haustür und schlüpfte leise hinaus. Draußen angekommen wandte er sich in die Richtung, in der er morgens die Sonne aufgehen sah und lief los.

Als er den Stadtrand erreicht hatte, wurde es langsam hell. Aber die Sonne war tatsächlich nicht zu sehen. Der Staub hatte sich wie ein Schleier über alles gelegt. „Wusste ich’s doch!“ dachte sich Peter, dem jetzt schon die Füße wehtaten. Aber er ging tapfer weiter, war er doch möglicherweise der einzige Mensch, der an die Sonne dachte und daran, dass sie weiter scheinen musste.

Peter lief und lief. Er wollte ans Meer. Denn dort fiel die Sonne abends immer hinein, das hatte er jedes Mal gesehen, wenn er mit seinen Eltern im Urlaub an der Küste gewesen war. Er war sicher, dass er am Meer besser an die Sonne herankäme. Und genügend Putzwasser wäre dann auch schon da.

Aber am Abend des ersten Tages war er zu erschöpft, um weiterzugehen. Außerdem hatte er Hunger und Durst und war fürchterlich müde. Doch welch ein Glück: Neben ihm hielt ein großer Lastwagen an. „Na, Kleiner, hast du dich verlaufen?“ rief der Fahrer aus dem Fenster. Peter schwindelte: „Nein, ich will zu meiner Oma. Die wohnt am Meer. Aber ich habe den Bus verpasst und meine Mama ist im Krankenhaus.“ Das war ganz schön geflunkert. Aber er hoffte, dass der liebe Gott, der bestimmt wusste, was Peter vorhatte, ihm nicht böse sein würde. Immerhin handelte es sich hier um einen ernsten Notfall.

Der LKW-Fahrer jedenfalls glaubte ihm. Er machte von oben die Tür auf und sagte: „Na, dann komm mal rein. Wie es der Zufall so will, muss ich auch ans Meer, gefrorenen Fisch abholen. Ich nehme dich einfach bis zum Hafen mit.“ Peter kletterte mit Mühe die Stufen hinauf und setzte sich. „Hast Du vielleicht Hunger, Kleiner? Ich habe noch ein paar Schnittchen vom Frühstück übrig.“ Peter nickte. „Durst auch.“ antwortete er. Der nette Fahrer reichte ihm ein großes Sandwich und eine Flasche Wasser. „Na, dann mal guten Appetit.“

Peter verschlang das Sandwich und trank die Flasche fast leer. Dann rülpste er herzhaft und strich sich über den Bauch. „Ach, das war gut. Vielen Dank auch!“ Kaum hatte er ausgesprochen, war er auch schon eingeschlafen. Und als er eine ganze Zeit später wieder wach wurde, konnte er schon das Meer riechen.

Allein am Meer

„Ui, das ging ja schnell!“ rief er begeistert und rieb sich die Augen. „Na, du hast ja auch die ganze Nacht geschlafen.“ antwortete der Fahrer. „Findest du dich denn hier zurecht?“ „Jaja, ich weiß, wo ich längs muss.“ sagte Peter, bedankte sich noch einmal sehr herzlich und sprang aus dem Lastwagen.

Kurz darauf hatte er auch schon das Meer erreicht. Peter setzte sich in den Sand, öffnete seinen Rucksack und holte Staubtuch und Wischlappen hervor.

Jetzt musste er nur noch warten, bis die Sonne unterging. Dann konnte er sie putzen und alles würde wieder hell werden. Sie lag nämlich immer noch hinter einem dichten Staubschleier.

Nach und nach leerte sich der Strand. Alle gingen nach Hause. Peter schaute den Menschen sehnsüchtig nach. Eigentlich wäre er ja jetzt auch viel lieber bei seinen Eltern. „Aber ein Junge muss tun, was ein Junge tun muss!“ dachte er. Das hatte er mal in einem Film gehört und fand, dass es sehr entschlossen klang.

Langsam wurde es dunkel. Und obwohl die Sonne vor lauter Wolken kaum zu sehen war, ging Peter langsam in Richtung Wasser. Oh Schreck! Als ihm das Wasser schon bis zum Kinn reichte, war er immer noch viel zu weit von der Sonne entfernt. Und so weit würde er auch nicht schwimmen können. Denn das hatte er erst im letzten Sommer gelernt und konnte es noch nicht so gut.

Peter reckte und streckte sich, aber seine Arme waren nicht lang genug. Er brach in Tränen aus. Sollte die ganze Anstrengung umsonst gewesen sein? Langsam ging er wieder Richtung Strand und ließ sich mutlos in den Sand fallen.

Peter konnte die Sonne nicht putzen. Deshalb sitzt er jetzt traurig am Strand.

Das Heimweh und der Mann im Mond

Jetzt kam auch noch sehr großes Heimweh hinzu. So gern wäre er wieder zuhause bei Mama und Papa! Bestimmt machten die sich schon große Sorgen, wenn sie sahen, dass die Sonne immer noch nicht richtig strahlte.

Auf einmal hörte Peter eine tiefe Stimme: „Lieber Junge, warum weinst du denn?“ Er hob den Kopf und sah sich um. Da war niemand. Ach, wahrscheinlich war sein Heimweh schon so groß, dass er glaubte sein Opa spräche mit ihm. Kopfschüttelnd sackte Peter wieder in sich zusammen.

„Ja, dich meine ich! Den kleinen Jungen, der da am Meer sitzt und weint.“ sagte die Stimme jetzt. Peter blickte noch einmal auf. Aber es war immer noch niemand da.

Als hätte sie seine Gedanken gehört, sprach die Stimme wieder: „Du kannst mich nicht sehen, weil ich zu weit weg bin. Aber ich sehe dich. Ich bin’s, der Mond. Schau mal nach oben, Kleiner!“ Peter hob den Kopf. Tatsächlich: Da hing ein voller, gelber Mond am Himmel. Er schien auf ihn herab zu lächeln.

Ein Vollmond über dem nächtlichen Meer.

„Bist du der Mann im Mond?“ fragte er erstaunt.

„Ach, ich bin alles.“ antwortete die Stimme. „Für manche bin ich die Mondin, an die sie ihre Wünsche richten, andere sehen in mir nur einen Himmelstrabanten. Für dich bin ich sehr gern der Mann im Mond.“

Peter rieb sich die Augen. Sprach er wirklich mit dem Mond? Konnte das sein?

„Ja, das kann sein!“ sagte der Mond. Denn Peters Mond konnte Gedanken auch auf eine so große Entfernung hören. „Und ich möchte dir etwas sehr Wichtiges sagen.“

„Was denn?“ fragte Peter.

„Du bist ein sehr feiner und tapferer Junge und hast viel auf dich genommen, um die Sonne zu putzen. Aber das musst du nicht tun. Denn die Sonne strahlt von ganz allein, egal, was auf der Erde passiert. Sage, kannst du mich gut sehen?“

„Ja…“

„Siehst du. Wenn die Sonne nicht trotz des Wüstensandes strahlen würde, könntest du das nicht. Ich leuchte nämlich nicht von allein, sondern werde von ihr angestrahlt.“

„Oh.“ Peter war beeindruckt. „Aber manchmal bist du doch auch gar nicht zu sehen, obwohl die Sonne da ist. Wie kommt das?“

„Ach, mein Kleiner, wenn ich dir das jetzt erklären würde, säßen wir übermorgen noch hier am Strand. Das ist Naturwissenschaft. Aber wir brauchen jetzt ein Wunder. Denn du willst doch bestimmt gern wieder nach Hause in dein Bett, oder?“

Endlich wieder zuhause

„Oh ja!“ rief Peter sehnsüchtig. „Aber es ist ja mitten in der Nacht. Da fährt bestimmt noch kein Bus. Und zum Laufen bin ich viel zu müde.“ Schon kullerten wieder ein paar Tränen seine Wangen hinunter.

„Lieber Peter, du darfst gern noch ein bisschen weinen. Immerhin hast du dich so sehr angestrengt und bist bestimmt ganz erschöpft. Aber ich kann dir helfen.“ sagte der Mond.

„Wie denn?“ fragte Peter.

„Ganz einfach: Du schließt jetzt deine Augen und denkst ganz fest an Mama, Papa und dein Zuhause. Und ich trage dich auf meinen Strahlen wieder zurück. Was hältst du davon?“

„Au ja!“ rief Peter glücklich. „Dann lass uns gleich loslegen. Und dankeschön, lieber Mann im Mond!“ Er kniff fest beide Augen zu und legte sicherheitshalber noch seine Hände darüber. Dann stellte er sich  vor, dass er wieder zuhause in seinem Bett lag und Papa gleich kommen und ihn wecken würde.“

So geschah es. Und wie durch ein weiteres Wunder erstrahlte die Sonne am nächsten Tag so hell, als hätte es nie einen Schleier aus Wüstensand gegeben. Hatte der Mond noch für ein zweites Wunder gesorgt? Oder hatte unser kleiner Peter möglicherweise alles nur geträumt?

Ich glaube nicht. Denn es gibt Wunder. Manchmal müssen wir nur ganz fest die Augen zumachen, um sie zu sehen.

Wenn du nicht ganz so weit reisen möchtest, um zum Strand zu kommen, kannst Du Dir hier (D)eine Traumreise herunterladen. Du musst auch nicht die Sonne putzen. 😉

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