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Männer und Trauer – der 2. Teil

Maenner und Trauer Beitragsbild

„Männer und Trauer“ oder „Trauern Männer anders?“ – hier ist die Fortsetzung. Die Gedanken, die mir mein Freund zusätzlich per Mail geschickt hat, finde ich lesens- und nachfühlenswert. Deshalb habe ich auch am Inhalt nichts verändert, sondern das, was er mir geschrieben hat, wörtlich übernommen. Und schreibe noch einmal ein herzliches Dankeschön für das Teilen dieser Gedanken!

Die Gespräche mit ihm und Uwe Telkamp haben mich dazu gebracht, meine Zielgruppe zu ändern. Wollte ich bis dahin vor allem der „starken Frau in Trauer“ zur Seite sein, werden es dank der beiden Herren „Menschen in Trauer“ sein. 

Denn wie sollte ich meinem Jahresmotto „Die Trauer willkommen heißen“ entsprechen, wenn eine Hälfte der Trauernden unberücksichtigt bleibt?

Trauer und Abschied aus männlicher Sicht

Es geht für mich jetzt um den Verlust eines Lebens das mir sehr am Herzen lag.

Tier oder Mensch spielt bei mir hier keinen Unterschied.

Hat das Leben, das einem viel bedeutet hat geendet, was eigentlich zur Natur der Existenz gehört, ermächtigt sich die Trauer deiner.

In der Ausprägung und Dauer unterschiedlich,

Was alle Ausmaße der Trauer gemeinsam haben, ist die Traurigkeit.

Trauer und Traurigkeit stehen im direkten Zusammenhang, sind jedoch unterschiedlich zu nennen.

Trauer: Die Art wie man mit dem Verlust eines geliebten Lebens umgeht.

Traurigkeit: Das Gefühl der Ohnmacht, ein emotionaler Schmerz, das Gefühl der plötzlichen Leere.

Beides hat seine Berechtigung und ist das freie persönliche Recht derer, die einen Verlust erleben müssen.

Die Art der Trauer die gelebt wird ist jedoch sehr unterschiedlich was Intensität der Traurigkeit und Dauer der Trauer angeht.

Letzteres wird leider sehr oft durch gesellschaftliche Zwänge vorgegeben.

Dieses Phänomen lasse ich im Folgenden außen vor weil es für mich persönlich nicht akzeptabel ist.

Wenn mich ein geliebtes oder geschätztes Leben verlässt trauere ich.

Weil ich die Gegenwart des Lebens vermisse die mich so bereichert hat.

Dieses Gefühl ist völlig verständlich und jeder von uns kennt es.

Aber es hat auch egoistische Züge, denn man denkt wohl eher an sich selbst, an den eigenen Verlust.

Manchmal äußert sich das auch in aufkommender Wut.

Männer und Trauer – Trost darf auch sein

So, jetzt komm ich liebe Sabine: Aber… (Eine persönliche Anmerkung sei mir gestattet: Mein guter Freund und ich unterhalten uns niemals ohne mindestens ein „Aber“. ;-))

Männer und Trauer - dafür ist dieses Schwarz-Weiß-Foto repräsentativ: Ein alter Mann sitzt an ein Kreuz gelehnt auf einem Friedhof und hält die Hände gefaltet.
Männer und Trauer

Die Tatsache, das ich ein Leben vermisse, bestätigt doch die wunderschöne oder und wertvolle gemeinsame Zeit, die ich ab sofort nicht mehr habe.

Ergo: Das, was gegangen ist war besonders, nicht nur für mich, sondern auch im Eigenen.

Daher denke ich mir, dass die Traurigkeit irgendwann abgelöst werden sollte von der Gewissheit ein so wertvolles Leben und all die damit verbundenen Erfahrungen kennengelernt zu haben.

Als eine ehrliche Hommage an das verlorene Leben.

Trauer sollte keine unendliche Traurigkeit sein, sondern eine Abfolge von Traurigkeit, die in Freude endet.

In die Freude, Teil einer wertvollen, fast schon elitären Beziehung gewesen zu sein.

Mein persönliches Fazit unserer Gespräche

Sowohl beim Lesen als auch beim Anhören dieser Ansichten war ich sehr berührt. „Männer und Trauer“ mag zwar ein bedenkenswertes Thema sein; die Tränen, die wir um diejenigen weinen, die uns verlassen haben, sind dieselben. Ja, vielleicht trauern Männer anders. Aber das macht ihre Trauer nicht weniger tief als die einer Frau.

In meinen Augen ist es allerhöchste Zeit, nicht nur Tod und Trauer in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen, sondern allen Menschen, die einen Verlust betrauern, ihre Gefühle und deren Ausdruck zu erlauben. Jedes Gefühl und jede Ausdrucksform und in der Zeit, die es braucht – gleichgültig, ob ein Mann trauert oder eine Frau.


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