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Du ertrinkst in den Wellen Deiner Trauer? Hier kommt Dein Rettungsring!

Die Wellen am Zusammenlauf von Nord- und Ostsee bei Skagen (Dänemark).

Von einer Sekunde auf die andere hatte es mich zerlegt. Wieder einmal.

Eben noch hüpfte ich gutgelaunt durch meine Wohnung und im nächsten Moment fand ich mich schluchzend vor dem Laptop wieder.

Dabei hatte ich nur die Musik leiser machen wollen.

Um das zu tun, musste ich in mein Schreibzimmer gehen. Über den Bildschirm flimmerte gerade das Foto, auf dem mein Mann stolz neben einem soeben von ihm reparierten Kettcar steht.

Seit seinem Tod dienen alle Fotos von ihm, die ich während der viel zu kurzen Zeit unseres Zusammenlebens gemacht habe, als Bildschirmschoner.

Das Bild mit dem Kettcar entstand im März 2021. Ich kam gerade vom Laufen. Gemeinsam haben wir das Ding nach der erfolgreichen Reparatur auf den Bürgersteig gewuchtet, mein Liebster hat sich breit grinsend draufgesetzt und ist losgefahren. Ich bin genauso breit grinsend nebenher gelaufen. Und nach der Rückgabe des Kettcars sind wir nebeneinander in der Frühlingssonne nach Hause gegangen.

Und nun, gerade mal ein Jahr später, saß ich allein und weinend vor diesem Bild  und konnte an nichts anderes denken als daran, dass es solche gemeinsamen Erlebnisse nicht mehr geben wird.

Warum erzähle ich Dir diese Geschichte?

Weil ich glaube, dass Du das auch kennst: Diese Traurigkeit, die immer wiederkommt, aus dem Hinterhalt, in ganz alltäglichen Situationen. Und obwohl das Leben langsam wieder fließt und die Erde ihre Drehungen wieder aufgenommen hat, stürzen uns diese Momente immer wieder in die tiefe Verzweiflung, die wir unmittelbar nach dem Tod unserer Liebsten empfunden haben. Und machen uns zum Spielball unserer Gefühle.

Vielleicht hast Du schon versucht, Dich einer Trauergruppe bei Facebook anzuschließen, sogar darüber nachgedacht, es mit Therapie und/oder Selbsthilfegruppen zu versuchen. Aber irgendwie fühlt es sich nicht „schlimm genug“ an. Schließlich haben wir ja keine Depressionen, sondern den Tod eines geliebten Menschen zu beklagen. Und wünschen uns jemanden an unserer Seite, die all das kennt.

Denn Freundes- und Verwandtenkreis sind längst wieder „zur Tagesordnung“ übergegangen. Nicht nur deshalb haben wir Sorge, ob wir schon „zu viel oder zu lange“ trauern. Ob unsere Gefühle noch „normal“ sind oder schon pathologisch. Die eine oder andere hat uns vielleicht den wohlgemeinten RatSCHLAG gegeben, endlich wieder nach vorn zu schauen.

Gleichzeitig fragen wir uns bei jedem Anflug von Freude, ob wir denn schon wieder Spaß haben dürfen. Vergessen vielleicht ab und zu, die Erinnerungskerze anzuzünden und erschrecken deshalb. Gehen seltener ans Grab als während der ersten Wochen oder Monate. Wer die Tage nach dem Tod gezählt hat, muss inzwischen vielleicht in den Kalender schauen, ob die Zahl noch stimmt.

Wellen schlagen an den Strand. Auch die Wellen der Trauer kommen in unterschiedlicher Intensität.

Dem Wellengang ausgeliefert

Neben der Traurigkeit, die uns immer wieder überfällt, können wir inzwischen auch dankbar sein: Dankbar dafür, dass wir mit unseren Liebsten schöne gemeinsame Erlebnisse hatten. Dankbar für die Zeit, die wir zusammen verbringen durften. Dankbar, weil wir sie immer noch in unserer Nähe fühlen, auch wenn sie nicht mehr da sind.

Da ist ein ganz leichter Anflug von Hoffnung. Vielleicht gibt es doch noch ein „Leben danach“? Vielleicht ist es in Ordnung, wenn unsere Liebsten jetzt ab und zu ein wenig in den Hintergrund treten?

Manchmal kommt der Wunsch auf, wieder den Kontakt „nach draußen“ zu suchen. Sich mit denen zu versöhnen, auf die wir wütend waren, weil wir uns von ihnen in unserer Trauer nicht wahrgenommen fühlten.

Und dann, auf einmal – eine neue Welle der Traurigkeit. Weil wir gerade an einer besonders erinnerungsträchtigen Stelle vorbeigekommen sind oder beim Anblick eines Fotos. Dann brauchen wir wieder eine Menge Taschentücher und versinken in unserem Schmerz.

Wünschen uns eine sanfte Stimme, die eine Geschichte vorliest. Uns sagt, dass es okay ist, was wir fühlen. Die ein paar Schritte voraus ist und weiß, dass die Trauer milder wird mit der Zeit.

Wir haben den Wunsch, unseren Gefühlen nicht mehr so ausgeliefert zu sein wie ein Gummiball den Wellen. Hätten gern Austausch mit Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind. Die auch wieder nach vorn sehen wollen, statt an der Vergangenheit, die keine Zukunft mehr sein wird, festzuhängen.

Wir befinden uns irgendwo zwischen dem Ausklingen des „Suchens und Sich Trennens“ und dem Beginn eines neuen Selbst- und Weltbezuges. Vielleicht verbringen wir schon Zeit damit, uns wieder neu zu orientieren. Doch es wirft uns immer wieder zurück. Wobei „zurück“ hier nicht im Sinne eines Rückfalls gemeint ist, sondern bedeutet, dass der Weg von einer Trauerphase in die nächste nicht geradlinig oder endgültig ist.

Was bedeutet das für Dich?

Du bekommst Deinen Alltag geregelt. Du bist stark. Aber eben nicht immer. Und für die schwachen Momente wünschst Du Dir Unterstützung.

Wir dürfen uns den Wellen unserer Trauer hingeben. Wir dürfen auch Monate oder Jahre nach unserem Verlust noch weinen und unsere Liebsten schmerzlich vermissen. Wir dürfen einen Baumstamm streicheln, den Grabstein oder ein Foto. Aber wir müssen das nicht allein aushalten. Wir dürfen uns einen Menschen an unsere Seite wünschen, der für uns da ist, unsere Gefühle mit uns (aus-) hält und uns auf dem Weg in dieses noch fremde, andere Leben begleitet.

Hier ist (D)eine Tröstegeschichte!

Sternenliebe Titel 1
Sternenliebe Titel 1

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Ein Gedanke zu „Du ertrinkst in den Wellen Deiner Trauer? Hier kommt Dein Rettungsring!“

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