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Die Erbse unter der Prinzessin – eine Heldinnenreise

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Wie die Erbse unter der Prinzessin gelandet ist

In meiner Geschichte ist nicht die Prinzessin die Heldin, sondern die Erbse. Prinzessinnen können keine Heldinnen sein. Prinzessinnen werden gerettet. Und schlafen auf Matratzenbergen.

Deshalb ist unsere Heldin die Erbse.

Wobei die Erbse eigentlich gar keine Erbse ist, sondern ein kleines Alien, das irgendwie aus seinem Raumschiff und direkt in das Bett der Prinzessin gefallen war. Und da lag sie nun, die arme Erbse: Eingequetscht unter Matratzen und einem umfangreichen Prinzessinnenpopo. Das ist kein schönes Leben, da wirst Du mir sicher zustimmen!

Weil die Prinzessin trotz der vielen Matratzen sehr schlecht schlief, war sie nie so richtig wach und hatte tagsüber keine Energie. Deshalb bewegte sie sich wenig und aß umso mehr. Das viele Essen und die königlichen Zuckerwaren hatten schon vor längerer Zeit zu einem stark erhöhten Körpergewicht geführt. Auch das machte der Erbse das Liegen unter der Prinzessin und dem Matratzenberg nicht leichter.

Die Prinzessin als Comicfigur mit grünem Kleid und einer Krone auf den rotbraunen, langen, welligen Haaren.
Die Prinzessin, bevor sie zu viel Zuckerwerk gegessen hat.

Die Erbse ergreift die Flucht

Eines Tages jedoch beschloss das kleine Erbsenalien: „So geht es nicht weiter! Ich kann doch nicht für den Rest meines Lebens hier herumliegen und darauf warten, dass ich zur Trockenerbse werde.“ Also wartete sie den richtigen Moment ab.

Die Prinzessin war gerade bei ihrer Morgentoilette. Das tat sie natürlich nicht allein, schließlich war sei Prinzessin. Nein in ihrem Schlafgemach eilten eine Friseurin, eine Ankleiderin, eine Prinzessinnenpopoabputzerin, eine Schmuckanlegerin, eine Krönchenaufsetzerin und eine Komplimentemacherin geschäftig hin und her.

Aber irgendwann wird auch eine Prinzessin einmal fertig und verlässt ihr Schlafgemach. Diesen Moment passte unsere Erbse ab. Sie puhlte sich unter den Matratzenbergen hervor, rollte zur Tür und ohne Nachdenken darunter hindurch. Glücklicherweise sind Erbsenaliens besonders mutige Wesen und so dachte auch unsere Erbse: „Etwas Besseres als den Tod unter der Prinzessin finde ich allemal.“ Und schwupps! rollte, hüpfte und sprang sie die Treppe hinunter, durch den Prunksaal, aus dem Schlosstor, über den Hof und die Zugbrücke und hinaus in die große, weite Welt.

Eine einzelne Erbse mit Sprosse auf einem dunklen, spiegelnden Untergrund.
So könnte unser Erbsenalien ausgesehen haben.

Die Erbse in Gefahr

Ach, wie war das schön! Kein Gewicht mehr, das niederdrückte! Keine Beschwernis, freie Bewegung… Und dann diese Sonne! Unserer Erbse ging es einfach wunderbar. Sie kullerte zu einem Platz mit viel Moos, blieb dort ganz still liegen, genoss die frische Luft und ließ sich von der Sonne wärmen.

Das jedoch sah ein Vogel, der gerade frühstücken wollte, stürzte sich hinab – und ehe sich das Erbsenalien versah, landete es in seinem Schnabel und hoch oben in der Luft. „Achduliebemeinealiengüte!“ dachte die Erbse und schickte einen telepathischen Hilferuf an seine Freundinnen irgendwo dort oben im Universum. Doch es glaubte nicht wirklich an eine Rettung in letzter Sekunde und ergab sich in sein Schicksal. „Wenigstens habe ich noch eine Weile in der Sonne gelegen.“ dachte es.

Aber das Erbsenalien hatte noch einmal Glück, denn es kam ein hungriger Habicht von rechts. Der stürzte sich auf den Vogel, dieser öffnete vor lauter Schreck seinen Schnabel und flatterte wie wild mit den Flügeln und die Erbse stürzte von sehr weit oben zur Erde. Und wieder meinte das Leben es gut mit ihr, denn sie landete in genau dem weichen Moosbett, aus dem der Vogel sie kurz zuvor entführt hatte. Dort verpustete sie sich erst einmal, denn sie hatte sich sehr erschreckt.

Doch es kommt noch viel besser: Die anderen Aliens hatten ihren Hilferuf gehört, sich sofort in ihr Konservenbüchsenraumschiff geschwungen und waren zu Erde geflogen, um ihre Alienkindergartenfreundin zu retten. Dort fanden sie unsere Erbse im Moos, nahmen sie an Bord und flogen weiter zu neuen Abenteuern in fremden Galaxien.

Prinzessin ohne Erbse

Verlassen wir hier die Erbse und kehren zur Prinzessin zurück. Die hatte sich abends wieder ins Bett gelegt und konnte das erste Mal seit Monaten wieder richtig gut schlafen. Es war ja keine Erbse mehr da, die sie piekte.

Und weil ihr das so gut tat und sie nach kurzer Zeit richtig viel Energie hatte, erinnerte sie sich daran, dass irgendwo oben im Schlossturm ihr goldenes Trimm-Dich-Fahrrad stand. Tatsächlich: Als die Prinzessin völlig außer Atem im obersten Turmzimmer angekommen war, sah sie ihr Fahrrad hinter der Tür blinken. Sie entstaubte es und legte los.

In kürzester Zeit war sie ihre überflüssigen Kilos los. Eine Hantelbank, ein paar goldene Hanteln und ein Sandsack hielten ebenfalls im Turmzimmer Einzug. Und so veränderte sich auch das Leben der Prinzessin von Grund auf. Nach ein paar Monaten sah sie nicht mehr wie eine moppelige Barbie aus, sondern wie eine echte Amazone. Einen Prinzen wollte sie jetzt auch nicht mehr. Schließlich konnte sie sich jetzt ja selbst retten.

So zog auch unsere Prinzessin in die Welt hinaus, um Abenteuer zu erleben. Und wenn Erbse und Prinzessin nicht gestorben sind, dann haben sie noch heute eine Menge Spaß.

Die Amazone
Unsere Prinzessin nach ein paar Monaten Fitnesstraining

Was hat so eine Geschichte mit Trauerbegleitung zu tun?

Dazu muss ich ein bisschen ausholen: Um für Dich noch bessere Texte schreiben zu können, habe ich am Schreibcamp von Gela Löhr teilgenommen. Dort durften sich die Teilnehmerinnen den unterschiedlichsten Aufgaben stellen. Die erste lautete „Warum ich tue, was ich tue“ und ich habe sie gleich mehrfach bearbeitet: schriftlich, zum Hören und als Video.

Am Ende der zweiten Woche lernten wir die Heldinnenreise kennen. Alexandra Meier, die „Oberheldin“, lud uns ein, das Märchen „Prinzessin auf der Erbse“ nach den Regeln der Heldinnenreise zu bearbeiten. Bei Sturm und Schneegestöber kamen mir die ersten Ideen. Das Endergebnis hast Du gerade gelesen.

Natürlich habe ich mich gefragt, ob ich so eine verrückte und lustige Geschichte auf einer Seite für Trauerbegleitung veröffentlichen darf. Die Mitschreiberinnen haben „Ja!“ zu dieser Frage gesagt. Mein Bauch hat sich ihrer Antwort angeschlossen.

Denn Trauer bedeutet nicht, dass wir nie wieder lachen dürfen. Sie bedeutet auch nicht, dass wir nie wieder lachen können. Deshalb habe ich eine neue Kategorie hinzugefügt: „Geschichten, die Mut machen und trösten“. Dort wirst Du ab sofort Beiträge finden, die Dich trösten, zum Lachen bringen und Dir Mut machen sollen. Immerhin lautet mein Claim „… und trotzdem leben!“

Du schreibst selbst? Dann freue ich mich über einen Gastbeitrag von Dir. Oder hast Du Ideen für Mutmachgeschichten, bist aber (noch) nicht die große Schreiberin? Dann lass uns reden. Ich schreibe Deine Idee gern für Dich auf.

Dazu kannst Du entweder das Kontaktformular nutzen oder Dich gleich jetzt in meine E-Mail-Liste eintragen. Für die Abonnentinnen gibt es nämlich auch manchmal ganz exklusiv Geschichten, Impulse und Tipps, die auf der Seite nicht zu finden sind.

… und trotzdem leben!

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Auch wenn Du es Dir im Moment noch nicht vorstellen kannst – es wird gute Zeiten geben.

Bis dahin bin ich gern an Deiner Seite.

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Sabine Scholze hält einen Laptop im Arm und lächelt.

Ein Gedanke zu „Die Erbse unter der Prinzessin – eine Heldinnenreise“

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