Zum Inhalt springen

Das Wichtigste am Sterben ist Abschied nehmen können – 5 Fragen an Silke Geissen

Silke Geissen

„Das Wichtigste am Sterben ist Abschied nehmen können.“ Dieser Satz meiner Kollegin und „Geistes-Zwillingsschwester“ Silke Geissen hat mich besonders berührt. Sie ist eine weitere im wahrsten Sinne des Wortes GROSSartige Frau (Silke misst beneidenswerte 187 cm!), die ich bei The Content Society kennenlernen durfte.

Auch mit ihr habe ich mich über Abschied und Trauer, das Sterben, aber viel mehr noch über das Leben unterhalten. Denn sie alle gehören auf unseren Landkarten der Welt zusammen.

Silke ist definitiv eine Wortakrobatin; da verspricht sie auf ihrer Website nicht zu viel. Aber das ist in meinen Augen nicht ihr hervorstechendstes Merkmal. Ich liebe ihren Humor und ihre Art, auch über sich selbst Witze zu machen. Ebenso liebe ich ihre Fotos und ihren Blick für schöne Motive. Denn genau diesen Blick braucht es, um auch das Schöne im Gegenüber sehen zu können. 

Silke Geissen ist nicht nur Coach für berufliche Orientierung und Potenzialentwicklung. Sie sorgt für sehr viel mehr Farbe im Leben, insbesondere von Frauen in den besten Jahren. Falls ich jemals das Gefühl habe, mich beruflich verändern zu wollen oder zu viele Grauschleier über meinen Tagen zu haben, wäre sie meine erste Adresse. Aber auch ohne diesen Wunsch schätze ich Silke als „Brainstorming-Sparringspartnerin“ sehr.

Wenn ich Silkes Newsletter lese, habe ich das Gefühl, ihr beim Denken über die Schulter sehen zu dürfen. Sie ist persönlich in dem, was sie tut. Das ist in meinen Augen eine wichtige Eigenschaft für einen guten Coach.

Auch Silke hat bereits ihre Erfahrungen mit Abschied, Tod und Sterben sammeln dürfen. Hier sind ihre Antworten auf meine 5 Fragen. 

Silke Geissen sitzt lächelnd in einem blauen Mantel an einer Betonwand, hat einen Kaffeebecher neben sich stehen und sieht sehr lebendig aus.

1. Was bedeuten Tod und Sterben für Dich?

Tod ist für mich das Ende meines Lebens in der „aktuellen Darreichungsform“. Das Sterben von anderen bedeutet vor allem, dass sie für mich nicht mehr erreichbar sind. Allerdings gibt es auch Momente, in denen sie durch ihren Tod sogar eine höhere Präsenz haben.

2. Fühlst Du/hast Du Kontakt zu Deinen Liebsten, die bereits gegangen sind? Wenn ja, wie nimmst Du sie wahr?

Als mein Vater gestorben ist, hatte ich das Gefühl, dass wir uns nie näher waren als in seiner Sterbephase. Damals haben wir uns nonverbal miteinander ausgesöhnt. Darum war mein Gefühl, dass wir einen guten Abschluss miteinander gefunden haben, viel größer als meine Trauer.

Häufig habe ich beim Anblick eines Rotkehlchens an meinen Vater denken müssen.

Das ist mir das Wichtigste am Sterben: Dass ich Abschied nehmen kann.

3. Wie gehst Du mit dem Gedanken an Deine eigene Endlichkeit um?

Ooooch… (schaut nach rechts unten). Da bin ich mir nicht ganz sicher.

Der Tod ist das absehbare Ende meines Lebens. Ich würde mich freuen, wenn sich jemand von mir verabschiedet.

Außerdem will ich mein Leben und meine Angelegenheiten für mich transparent gestalten. Und mich mit Menschen umgeben, die für mich nährend sind.

4. Wenn Du eines Tages gehst: Möchtest Du der Welt etwas hinterlassen? Wenn ja: Wie möchtest Du gern in Erinnerung bleiben?

Ja, ich möchte etwas hinterlassen: Gute Erinnerungen an mich.

Silke Geissen 2
Silke Geissen am Meer…

5. Was glaubst Du, wohin Du gehen wirst?

Wenn ich an das „Danach“ denke, sehe ich immer lichte Wälder vor meinem inneren Auge – ein bisschen wie die Wege, auf denen ich jetzt auch unterwegs bin. Irgendwie luftig, zwischen den Bäumen unterwegs sein, mit dem Blick auf den Himmel und das Wasser… Ätherische Farben, transparent. In meinem Bild von mir habe ich lange Haare…

Eins sein mit dem Wind, dem Rauschen und dem Meer…

Liebe Silke, vielen Dank nicht nur für dieses Interview!

Wir haben schon sehr viele und sehr schöne Gespräche geführt – unsere Vorstellungen vom Sterben waren dabei nur ein kleiner Teil. Silke ist ein sehr lebendiger und lebensfroher Mensch. Das klingt in allem, was sie sagt, mit. Hätte ich alles aufgeschrieben, was sie freigebig (mit-)geteilt hat, wäre aus diesem Artikel ein Roman geworden.

Da ist dieser sehr gute Freund, den Silke kurz vor seinem Tod noch einmal besucht hat und um dessen Grab sie sich regelmäßig kümmert. Vor allem ist da auch ihre eigene Geschichte: Kurz nach einer OP und längerem Genesungsweg wieder auf den Beinen wurde sie von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Dass sie sich wieder „zurück kämpfte“ wäre der falsche Ausdruck. In meiner Vorstellung war es ihr ungebrochener Lebensmut, der sie durch diese Zeit brachte. Silke nennt das in ihrem Artikel „Resilienz“.

Besonders das letzte Bild, „irgendwie luftig, zwischen den Bäumen unterwegs, eins sein mit dem Wind, dem Rauschen und dem Meer…“ hat mich im wahrsten Sinne des Wortes mitgenommen. Es ist eine schöne Vorstellung, mit den Orten zu verschmelzen, die wir im Leben gern aufgesucht haben.


… und trotzdem leben!

Hier kannst Du meinen Trost- und Mutmach-Letter mit hilfreichen Gedanken, Geschichten und Tipps abonnieren.

Auch wenn Du es Dir im Moment noch nicht vorstellen kannst – es wird gute Zeiten geben.

Bis dahin bin ich gern an Deiner Seite.

Deine Privatsphäre ist geschützt! Erfahre mehr in meiner Datenschutzerklärung.

*erforderliche Angabe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

close

Du magst meine Website?
Hier kannst Du sie teilen! :)