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Bist Du Weihnachten allein? Hier sind 11+5 Tipps, wie Du es Dir trotzdem schön machen kannst

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Dieser Beitrag ist für Dich, wenn Du Weihnachten allein verbringst – aus welchen Gründen auch immer. Alle anderen dürfen aber auch gern weiterlesen. 😉

Vielleicht hast Du einen geliebten Menschen durch Tod oder Trennung verloren, vielleicht sind all Deine Freundinnen anderweitig unterwegs und Deine Familie zu weit weg. Vielleicht stehst Du auch aus einem anderen Grund gerade allein.

Besonders an Feier- und Gedenktagen gibt es eine Menge Tipps und Ratgeber für Hinterbliebene. Trauerbegleiterinnen und Therapeutinnen haben vermutlich Hochsaison. Und das ist auch gut so.

Beim Blick auf die unterschiedlichen Empfehlungen ist mir aufgefallen, dass sich die überwiegende Zahl an Menschen richtet, die ein stabiles Netzwerk aus Familie und Freundinnen haben. Wahrscheinlich ist das auch eher die Regel als die Ausnahme. Viele Familien oder Freundinnen rücken nach einem Verlust näher zusammen.

Aber es gibt auch andere: Frauen, die keine Kinder haben, mit denen sie die kommende Zeit zumindest teilweise verbringen werden. Frauen, deren Familie nach dem Verlust des geliebten Menschen vielleicht aus den unterschiedlichsten Gründen auseinandergebrochen ist.

Manchmal geht das ehemals gemeinsame Netzwerk ebenfalls verloren. Die Anrufe werden weniger, es vergeht auf einmal sehr viel mehr Zeit zwischen zwei Nachrichten als früher. Denn natürlich sind die Menschen in unserem Umfeld längst wieder in ihr eigenes Leben zurückgekehrt. Und wer selbst schon einmal anlässlich einer Trauerfeier „Lass uns unbedingt in Kontakt bleiben.“ gesagt hat, weiß, dass dieses Versprechen zwar ernstgemeint ist, aber keine allzu lange Haltbarkeit hat.

Wenn ein Mensch stirbt, wird uns unsere eigene Endlichkeit bewusst. Und das ist ein Gedanke, den die wenigsten von uns sehr lange aushalten können. Deshalb geraten Versprechen, die wir erfüllt von diesem Gedanken gegeben haben, in Vergessenheit. Zurück bleiben die, deren Verlust unvergesslich bleibt.

Natürlich gibt es auch Frauen, die sich ganz freiwillig und bewusst für das Alleinleben entschieden haben. Weil sie einfach gern allein sind. Weil sie Freiheit und Ungebundenheit brauchen. Oder weil sie mit dem/der Liebsten eine Einheit waren und kein weiteres privates Netzwerk für nötig hielten.

Früher wurden Witwen oder geschiedene Frauen übrigens häufig zu einer „persona non grata„. Der Freundeskreis bestand hauptsächlich aus anderen Paaren und die Sorge, die jetzt alleinstehende Freundin könnte sich für den eigenen Partner interessieren, war groß.

Eine Frau blickt auf ein Paar. Ist auch sie Weihnachten allein?

Brauchen Frauen, die Weihnachten allein verbringen etwas anderes?

Ich behaupte: Ja.

Denn wir sitzen nicht mit der Familie um den Tannenbaum. Und während hoffentlich viele Menschen eine gute, gemütliche, gemeinsame Zeit mit ihren Lieben verbringen, verbringen wir Weihnachten allein.

Den wenigsten von uns würde es einfallen, sich selbst irgendwo einzuladen. Wir gehen davon aus, dass unsere Freundinnen und Bekannten gerade in der (Vor-) Weihnachtszeit mit ihren Familien beschäftigt sind und keine Kapazität für „einsame Freundinnen“ haben.

Ganz davon abgesehen, gehören wir zu einer Generation von Frauen, die immer noch die Tendenz haben, Probleme erst einmal selbst in Angriff zu nehmen, bevor wir um Unterstützung bitten. Und das gemütliche Beisammensein unserer Freundinnen oder Verwandten wollen wir schon gar nicht stören.

Eine Collage aus Treseburg. Weihnachten allein 2019.
Weihnachten allein. Hier 2019 in und um Treseburg im Harz. Das Frollein Frieda war allerdings dabei.

Meine 11 Tipps für eine gute Zeit – nicht nur an Weihnachten

  1. Mach es Dir so richtig gemütlich. Zünde Dir ein paar Kerzen an, höre schöne Musik, schnapp Dir Dein Lieblingsbuch, das Du schon ein paarmal gelesen hast oder such Dir einen Film aus, der Dich wirklich berührt. Du darfst auch weinen.
  2. Einen Wellnesstag in der Saunalandschaft darfst Du Dir auch als Single gönnen. Wenn Du kein Fan von größeren Menschenansammlungen bist, empfehle ich Dir einen ganz normalen Wochentag.
  3. Spazierengehen ist mein bestes Mittel gegen so ziemlich alles. Probiere es einmal aus. Nimm mit allen Sinnen Deine Umgebung wahr. Und wenn Dein Kopf zunächst so gar keine Ruhe geben will: Das ist okay.
  4. Mit „Das ist okay.“ sind wir schon beim nächsten Schritt. Wann bist Du das letzte Mal einfach nicht aufgestanden? Hast Dir Kaffee, Frühstück und vielleicht ein paar Plätzchen im Bett genehmigt? Ja, Du darfst das! Du hast heute überhaupt nichts zu tun.
  5. Für diejenigen, die morgens gleich die Hummeln im Popo haben (ich gehöre dazu): Es ist ebenso okay, schon am frühen Abend ins Bett zu gehen. Dann solltest Du allerdings Kaffee und Plätzchen weglassen. 😉 Stattdessen ist vielleicht eine Tasse Tee das Gönnerchen des Abends?
  6. Die Weihnachtstage sind da. Bist Du Mitglied in einem Fitnessstudio, das über die Feiertage geöffnet hat? Dann nichts wie hin! Die Wahrscheinlichkeit, das Du auf andere „bekloppte Sportlerinnen“ (O-Ton meiner besten Freundin zu meinen Trainingsgewohnheiten) triffst, ist groß. Wie wäre es also mit einem Schwätzchen in der Umkleide?
  7. Die Traurigkeit will einfach nicht weichen? Du fühlst Dich einsam, Dein geliebter Mensch fehlt Dir? Schreibe ihm/ihr einen Brief. Schreibe alles auf, was Dich genau jetzt bewegt. Wenn die Schrift verschwimmt, weil Du so weinen musst, ist das okay. Denn unsere Liebsten wissen, was wir ihnen zu sagen haben – da bin ich ganz sicher.
  8. Zelebriere die Rauhnächte. Es gibt sehr viele schöne Bücher oder Online-Angebote dazu.
  9. Schreibe eine Wunschliste mit 13 Wünschen fürs nächste Jahr (oder für jetzt, wenn Du diesen Artikel nicht in der Weihnachtszeit liest). Die Wünsche schreibst Du auf einzelne Zettel, faltest diese und legst sie in ein schönes Gefäß. In der 1. Rauhnacht (oder einfach ab morgen) ziehst Du jeden Tag einen Zettel, liest Dir den Wunsch darauf laut vor, sagst einen Zauberspruch Deiner Wahl (meiner ist: „Ich übergebe diesen Wunsch ans Leben und vertraue darauf, dass er mir zur richtigen Zeit erfüllt wird.“ und zündest den Zettel dann an. (Auf Brandschutzmaßnahmen muss ich hier nicht hinweisen, oder? 😉 )
  10. Lies in Deinem Tagebuch vom vergangenen Jahr. Falls Du kein Tagebuch führst, schau Dir die Fotos dieses Jahres an. Schwelge in Erinnerungen – auch wenn sie Dich wieder traurig machen.
  11. Du willst einfach nicht allein sein? Dann schau nach, ob es in Deiner Umgebung eine schöne Weihnachtsveranstaltung oder Besuchsaktionen in Seniorinnenheimen und/oder Krankenhäusern gibt. In Göttingen gehört z.B. seit vielen Jahren die Aktion „Keiner soll einsam sein“ zum Weihnachtsprogramm. Sie richtet sich zwar an bedürftige Menschen – aber was spricht dagegen, trotzdem hinzugehen und einfach mit ein paar völlig fremden Menschen zu reden?

Falls Du Dich fragst, was ich in den nächsten Wochen vorhabe: Eine wilde Mischung aus all meinen 11 Tipps und Ideen. Außerdem schreibe ich bis zum 20.12. an meinem Jahresrückblog, an der langen Version von „Jetzt isses aber gut!„, vielleicht auch noch ein bisschen an Friedas Buch. Und natürlich werde ich sehr, sehr viel laufen.

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3 Gedanken zu „Bist Du Weihnachten allein? Hier sind 11+5 Tipps, wie Du es Dir trotzdem schön machen kannst“

  1. Benutzerbild von Umani Wendler

    Liebe Sabine, einfach wunderbar, wie du mit zauberhaften Worten aus unterschiedlichen Richtungen auf dieses Thema schaust und aufmunternd, doch nie aufdringlich dem Leser neue Sichtweisen reichst.
    Von HERZEN DANKE!!!
    Liebe Grüße Umani

  2. Pingback: 41 Gründe, warum Weihnachten nervt – Sabine Scholze - Dein Guide durch die Umbrüche der Fifties

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