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Weißt Du, wer ich bin?

Diese Frage habe ich mir in der letzten Zeit auch sehr häufig gestellt. Und mir immer wieder die Antwort gegeben, dass ich ein kreatives, vielbegabtes Multitalent bin und mich auf gar keinen Fall festlegen will.

Das war für eine Zeitlang (naja, eigentlich waren es viele Jahre...) auch vollkommen in Ordnung. Gerade während der letzten Monate hatte ich das Schreiben wiederentdeckt. Und habe über alles geschrieben, was mir gerade in den Kopf kam.

Dann geschahen mehrere Dinge gleichzeitig:
  • Eine Mit-Bloggerin schrieb mir sinngemäß: "Ich würde dir so gern ein paar Fragen zu deinem Angebot stellen. Aber ich weiß eigentlich gar nicht, wer du bist. Ich weiß nur, dass ich deine Texte sehr gern lese."
  • Eine Information, die mich eher zufällig erreichte, hat dazu geführt, dass einer meiner tiefsten Glaubenssätze sich wieder zu Wort gemeldet hat. Das tat er sehr, sehr laut.
  • Vielleicht aufgrund des Novemberwetters fühlte ich eine unendliche Traurigkeit. Mein Liebster fehlt(e) mir mehr als unmittelbar nach seinem Tod im Juli. Ich wollte so gern seinen selbstgebackenen Kuchen essen und mit ihm in der Küche Kaffee trinken. Aber er war ja nicht da...
  • Und dann habe ich zum x-ten Mal innerhalb der letzten Monate die gleiche Tarotkarte gezogen: den Magier. Über meine Deutung zu schreiben würde hier zu weit führen. Die wichtigste Frage, die ich mir gestellt habe: Welchen Rahmen brauche ich, um mit möglichst vielen Menschen meine Erfahrungen zu teilen und sie mit meinem Wissen und meinen Fähigkeiten zu unterstützen?

Dann machte es "Peng!" in meinem Gehirn

.. und ein Gedanke ploppte in riesigen Buchstaben auf: "Ich will Menschen, die ebenfalls einen Verlust betrauern, unterstützen."

So einfach?

Nein, ich will nicht "einfach nur" unterstützen. Ich will das ermöglichen, was ich nicht hatte, weil ich nicht gewagt habe, darum zu bitten:

  • Ruhe, wenn ich sie gebraucht habe,
  • auf meine eigene Weise trauern, ohne irgendwelche Konventionen zu beachten,
  • ununterbrochen über meinen Liebsten reden können, ohne das Gefühl, die Zeit meiner Zuhörerin zu verschwenden,
  • meine ganz eigenen Rituale, auch bei der Beisetzung,
  • weglaufen können, wenn ich allein sein wollte,
  • weinen dürfen, so lange und so verzweifelt ich das brauchte,
  • nicht nett und zugewandt sein müssen,
  • trotzdem auch lachen und lustig sein dürfen,
  • ... und noch einiges andere.
Im Gespräch mit einer ganz besonderen Frau und meiner wichtigsten Ratgeberin wurde die Bezeichnung für das, was ich sein werde, geboren:

Trauergefährtin.

... und trotzdem leben!

Das waren die Worte, die sie mir noch mit auf den Weg gegeben hat und die ich sofort und unverändert als meinen neugeborenen Claim adoptiert habe.

Das alles ist zwischen Freitag, dem 19. November und heute passiert. Ich habe in dieser Woche getrauert, gewütet, getrotzt, mich zurückgezogen, viel zuviel Mist gegessen und gekauft, geweint, geschrien, (wild) getanzt, den Himmel angebrüllt, mich aus meiner Wohnung ausgesperrt, Frieda beim Schnuppern und Schlafen zugesehen, bin gelaufen, gerannt, spaziert, früh ins Bett gegangen...

Seit Anfang der Woche arbeite ich fast ununterbrochen an meiner Website und meinem Angebot. Kein oder fast kein Social Media, Außenkontakte nur im Notfall. Bin noch auf den letzten Drücker in eine Online-Ausbildung als Trauerbegleiterin hineingerutscht, habe mir mengenweise Literatur besorgt...

Und was ist mit den lustigen Geschichten?

Das weiß ich noch nicht. Ich bin zu sehr fokussiert auf das, was mein Herz zum Singen bringen wird - und schon bei diesen ersten Aktivitäten zum Singen gebracht hat.

Bei der Gelegenheit habe ich festgestellt, dass so ein Herz auch singen kann, wenn seine Besitzerin sehr viel weint. Das scheint für das Herz kein Widerspruch zu sein.

Aber so, wie die Trauer ihre Phasen hat, die berücksichtigt werden wollen, werde ich auch wieder eine Phase haben, in der ich die Neuauflage meines Buches "Frauen denken. Männer nicht. Denken Frauen." zu Ende schreibe. (Meine Lektorin trommelt schon mit den Fingern auf ihrer Tastatur, fürchte ich...) Der Veröffentlichungstermin 8. März 2022 ist in meinem Gehirn fest verankert.

Außerdem habe ich ein paar Seiten wiedergefunden, auf denen ich meine satirische Ader mehr oder weniger regelmäßig ausgetobt habe. Wenn Du magst und es lieber lustig willst, schaust Du hier vorbei:
  • Randbemerkungen über das Leben, selten gelingende Kommunikation zwischen Männern und Frauen, bahnbrechende Erkenntnisse, putzige Zeitgenossen – und immer mal wieder einen Pinguin.
  • Wenn Du etwas Älteres von mir lesen möchtest, wirst Du hier fündig: Die Seite heißt auch "Randbemerkungen" und beschäftigt sich ebenfalls mit Frauen und Männern, Pinguinen, Zeitgeschehen, Laufen und die Unmöglichkeit gelingender Kommunikation.
Da ich mir inzwischen den braunen Gürtel im Website-Technik-Kung-Fu genommen habe, wird es mir garantiert in einer ähnlichen Geschwindigkeit gelingen, Dir auch etwas Lustiges mit neuem Web-Auftritt zu präsentieren.

Aber eben nicht jetzt. Jetzt werde ich etwas tun, was ich außerhalb von Kraft- und Marathontraining noch nie getan habe: Ich werde all meine Kräfte auf eine Sache konzentrieren.
Oktober-2021-Gegend3

Bleibst Du bei mir, oder verabschieden wir uns hier?

Wenn Du Dich aufgrund dieses drastischen Richtungswechsels entscheidest, meine Denkanstöße abzubestellen, kann ich das absolut verstehen. Die Möglichkeit dazu findest Du ganz unten im Brief.

Ich würde mich allerdings sehr freuen, wenn wir auch weiterhin voneinander lesen oder sogar hören. Vielleicht möchtest Du einmal in aller Ruhe auf meiner neuen Website stöbern? Das kannst Du hier tun:
Oder Du kennst sogar jemanden, die gerade trauert und meine Unterstützung brauchen könnte? Dann leite ihr diese Mail gern weiter. Hier gibt es die Möglichkeit, ein kostenloses Kennenlern-Gespräch mit mir zu buchen:
Wofür auch immer Du Dich heute entscheiden magst: Meine guten Wünsche und Gedanken werden Dich begleiten.

Und wenn Du Lust hast, mir zu schreiben, freue ich mich über Post von Dir: per Mail, auf Facebook oder Instagram!

Ich wünsche Dir einen wunderschönen 1. Advent!

Herzlichst Deine

Sabine Scholze
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