Verhandlungen mit dem inneren Schweinehund – meine 5 besten Tipps

Das Bild zeigt ein selbstgezeichnetes Gesicht, bestehend aus einer Schweineschnauze, Hundeohren und einer Rute. Es soll den inneren Schweinehund darstellen.

Verhandlungen mit dem inneren Schweinehund sind immer dann sinnvoll, wenn der kleine Kerl aktiver ist als Du bei Deinem geplanten Vorhaben. 😉

Letzte Woche hatte ich bereits von der Schweinehundeschule geschrieben – und wann es klug sein könnte, diese gemeinsam mit dem inneren Schweinehund zu besuchen. Heute gibt es die besten Tipps für konstruktive Gespräche zwischen Euch beiden.

Sinnvoll ist es, diese Tipps auch in der Reihenfolge auszuführen, wie ich sie hier nenne. Denn die einzelnen Tipps bauen aufeinander auf.

 

Tipp #1: Erstell ein Schweinehundetätigkeitsprofil!

Das kannst Du gut mit einer selbst erstellten Tabelle machen. Dort schreibst Du hinein, bei welchen Deiner Vorhaben Dein Schweinehund aktiv wird. Bewerte, wie hoch seine Aktivität auf einer Skala von 1-10 ist.

Dann kannst Du noch kennzeichnen, wie wichtig Dir dieses Vorhaben ist.

Das machst Du am besten einen Monat lang. Du wirst Dich wundern, wie viele Stichworte und Tätigkeitsbereiche Du danach gesammelt haben wirst!

Am Ende des Monats hast Du die Bereiche gefunden, in denen die „Schweinehundaktivität“ besonders ausgeprägt ist.

Suche Dir einen Punkt, der eine hohe Punktzahl bekommen hat, aber kein Lebensthema für Dich darstellt. Das kann z.B. die Steuererklärung sein, der unaufgeräumte Keller, die tägliche Yogaeinheit… Nimm nicht das längst fällige, aber sehr emotional belegte Beziehungsgespräch!

Bevor Du Dich an den Verhandlungstisch setzt, mach Dir bewusst:

Tipp #2: Dein innerer Schweinehund meint es gut mit Dir!

Lass den Gedanken zu, dass Dein innerer Schweinehund Dich und Deine Vorhaben nicht sinnlos boykottieren will. Er verfolgt mit seinem Tun eine positive Absicht.

So will er Dich zum Beispiel vor Misserfolgen beschützen, Dir etwas Gutes tun, dafür sorgen, dass Du ausreichend Pausen machst.

Wenn Du ihn bekämpfst, wird er traurig, weil Du diese positive Absicht nicht siehst. Sei freundlich. Erkenne seine Sorge um Dich und seinen guten Willen an.

Vielleicht magst Du Dich ja sogar dafür bedanken, wie gut er Dich beschützt hat? 😉

Tipp #3: Frag Deinen inneren Schweinehund nach seiner positiven Absicht!

Das kannst Du ganz buchstäblich tun: Frage ihn, warum er Dich von dem Vorhaben, das Du mit ihm besprechen möchtest, abzuhalten versucht.

Und dann werde still. Du kannst die Augen schließen, ruhig und tief atmen und abwarten. Dein innerer Schweinehund ist ein Teil von Dir. Er wird Dir antworten. Das kann ein bisschen dauern; immerhin ist er es wahrscheinlich nicht gewöhnt, von Dir um seine Meinung gefragt zu werden.

Dir werden Gedanken durch den Kopf schießen, vielleicht siehst Du ein Bild oder mehrere Bilder vor Deinem inneren Auge…

Schreib alles auf. Oder zeichne das Bild, das Du vor Deinem inneren Auge hast.

Tipp #4: Verändere Dein Vorhaben!

Wenn Du die Einwände Deines inneren Schweinehundes kennst, kannst Du Dir überlegen, wie Du Dein Vorhaben so verändern kannst, dass diese Berücksichtigung finden.

Das heißt, jetzt verhandelst Du. Frage Dich und dann Deinen Schweinehund, ob ein bisschen weniger okay wäre. Oder ob er damit einverstanden ist, wenn Du am nächsten Tag anfängst.

Du wirst merken, wenn Ihr beide zu einem Ergebnis gekommen seid! Dieses gehetzte Gefühl wird dann weg oder zumindest weniger geworden sein. Vielleicht nimmst Du wahr, wie Du einmal so richtig tief durchatmest. Das sind gute Zeichen für einen gangbaren Kompromiss zwischen Euch.

Tipp #5: Aufgeben ist eine Option!

Wenn Du das Gefühl hast, überhaupt nicht weiter zu kommen, wenn Dein innerer Schweinehund immer noch mehr Einwände erhebt: Frage Dich doch einmal ganz freundlich, wie dringend Dir dieses Vorhaben wirklich und was Deine Motivation dabei ist.

Willst Du das tun, oder musst Du das tun? Musst Du das jetzt sofort und auf der Stelle tun? Oder glaubst Du, dass es von Dir erwartet wird? Ist es gar nicht Dein Wunsch, sondern der Deines Mannes/Deiner Mutter/Deiner Kinder?

Klar, manchmal müssen wir Dinge einfach tun. Wenn ich die Steuererklärung nicht abgebe, bekomme ich (teuren) Ärger mit dem Finanzamt.

Wenn Du feststellst, dass genau dieses Vorhaben in genau diesem Moment nicht dran ist, dürfen Sie sich auch davon verabschieden. Sie dürfen sich sagen: „Okay, das scheint gar nicht (mehr) dran zu sein. Ich muss das nicht machen! Ich habe mich da nur in etwas verbissen.“

Und dann kannst Du Dich bei Deinem inneren Schweinehund für seinen Einsatz bedanken und Dich zumindest für die nächste Zeit von diesem Projekt verabschieden. Mag es sich melden, wenn es wieder „dran“ ist. 😉

Du hättest gern ein Beispiel? Bitteschön!

Ein Beispiel: Die immer noch nicht erledigte Steuererklärung hat die höchste Punktzahl in dem von Dir erstellten Schweinehundetätigkeitsprofil (Tipp #1) erhalten.

Du fragst ihn im nächsten Schritt nach seiner positiven Absicht (Tipp #2 + #3), und er antwortet: „Du hast in diesem Monat schon 20 Überstunden gesammelt und den ganzen alltäglichen Kram zusätzlich erledigt. Du siehst total müde aus! Ich finde, dass Du Dich erst einmal ausruhen solltest, bevor Du weitermachst.“

Dann könntest Du ihm vorschlagen, Dich für zwei Stunden auf die Couch zu legen und ein Buch zu lesen, einen schönen Spaziergang zu machen (oder was immer Dich gut entspannt) und danach exakt zwei Stunden konzentriert zu arbeiten. Alles, was Du in diesen zwei Stunden nicht geschafft hast, machst Du am nächsten Tag. Oder Du fragst gleich beim Finanzamt nach einer Fristverlängerung. (Tipp #4)

Wenn es um die Steuererklärung geht, und Du bist selbständig: Augen zu und durch. Dieses Vorhaben aufzugeben würde zu zusätzlichen Problemen führen.

Bist Du jedoch irre früh dran und hast eigentlich noch ein paar Monate Zeit, kannst Du es für heute aufgeben und in Deinem Kalender einen Termin für später notieren. (Tipp #5)

 

In meinem letzten Blogartikel hatte ich Dir von der Schweinehundeschule erzählt, dem Ort, an dem wir versuchen, unseren inneren Schweinehund mit ins Boot zu holen.

Heute verrate ich Dir meine besten 5 Tipps und Tricks, wie Du Deine Verhandlungen mit dem kleinen Kerl erfolgreich gestalten kann – und wann es sinnvoll ist, seinen Einwänden Glauben zu schenken, ohne weiter mit ihm zu diskutieren.

3 Gedanken zu „Verhandlungen mit dem inneren Schweinehund – meine 5 besten Tipps“

  1. Tolle Idee, Sabine, den Schweinehund als Gesprächspartner zu nutzen. Funktioniert mit Ängsten ja auch oft gut … und dann gibts erstaunliche Erkenntnisse zur positiven Absicht. Danke dir! LG, Annette

    1. Danke für Deinen Kommentar, liebe Annette! Für mich ist „mein“ Schweinehund einfach ein weiterer meiner inneren Anteile. Und die sind erstens recht gesprächig (jedenfalls die, die ich kenne 😉 ) und zweitens wollen sie gern beachtet werden.

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