5 Situationen, die Hochsensible schwierig finden – und wie Sie damit umgehen können

Liebe Leserin, lieber Leser,

bekommen Sie Tötungsphantasien in einer größeren Menschenmenge, während alle außer Ihnen sich prächtig zu amüsieren scheinen? ​Oder verspüren Sie eher Beklemmungen ​und wollen so schnell wie möglich flüchten?

Stellen Sie immer wieder fest, dass Sie sofort wahrnehmen, wenn die Nachbarin am Ende der Straße ein paar neue Strähnchen in ihrem Haar hat, Ihre Umgebung eine Veränderung an Ihnen aber erst ​bemerkt, wenn Sie sich alle Ihre Haare grün färben und Ihnen Puschel seitlich aus dem Kopf ragen?

Betreten Sie einen Raum und werden fast ohnmächtig von den unterschiedlichen Parfums, die Sie umwabern? Oder lassen Sie das gleich bleiben, weil sich in diesem Raum eine größere Menschenmenge (siehe oben) befindet? Wundern Sie sich, weil nicht alle anderen ebenfalls mit gerümpfter Nase herumlaufen?

Müssen Sie beim Waldspaziergang weinen, weil die Natur so wunderschön ist? Sind Sie jedesmal zutiefst gerührt, wenn Ihr Hund diesen „Hab-mich-lieb!“-Blick aufsetzt? Brauchen Sie mindestens eine Familienpackung Papiertaschentücher, wenn Sie die Siegerehrung bei egal welchem Sport, einen Liebesfilm/traurigen Film/Action- oder historischen Film sehen? Die Älteren unter Ihnen: Haben Sie bei der Beerdigung von Franz Josef Strauß geweint, obwohl Sie den „Stoppt-Strauß!“-Sticker besaßen?

Nicken Sie gerade? Dann sind Sie möglicherweise hochsensibel!

Halten Sie Rücksichtnahme und Höflichkeit für selbstverständlich, und sind Sie immer vollkommen fassungslos angesichts der ​Ignoranz vieler Mitmenschen?

Zusammengefasst: Haben Sie häufiger das Gefühl, „irgendwie anders“ zu sein als viele andere, und wissen nicht, ​wie Sie mit diesem Gefühl ​umgehen sollen? Denken Sie manchmal, dass man Sie von einem fremden Planeten hierher gebeamt hat, und wollen Sie wieder dahin zurück, wo Sie „fühlendes Leben“ vermuten?

Was tun?

Ziehen Sie in eine Tonne um, die sich vorzugsweise auf einer einsamen Insel oder einem Gipfel des Himalaya befindet.

Kaufen Sie sich Ohropax, ziehen sich die Kapuze tief ins Gesicht und lassen sich dämpfende Psychopharmaka verschreiben.

Oder gehen Sie in ein Kloster, in dem vorwiegend geschwiegen wird.

Natürlich können Sie dieses Gefühl auch einfach ignorieren und versuchen, sich der weniger sensiblen Mehrheit anzupassen.

Freuen Sie sich über Ihre Entdeckung!

Hochsensibilität ist keine Krankheit, leider nicht ansteckend, und sie geht auch nicht weg. Es ist eine „Fähigkeit“, ein Geschenk des Lebens, das ca. 15-20% der Bevölkerung erhalten haben. Sie merken einfach mehr als andere. Manche der 80% „Normalmerker“ nennen Sie „Sensibelchen“. Klar, wäre ich ein Hammer, könnte ich mit dem fein ziselierten Diamantenbohrer auch nichts anfangen!

Ich versichere Ihnen : Sie sind vollkommen normal! Alles ist gut. Naja, fast alles. Das Blöde am Hochsensibel-Sein ist die Tatsache, dass man häufig mit Menschen zu tun hat, die es eben nicht sind. Das kann irre anstrengend sein, wenn man nicht gerade als Therapeutin arbeitet und Geld damit verdient, möglichst viel wahrzunehmen.

Hochsensible als Zielgruppe

Was außerdem noch blöd ist: Die Hochsensiblen wurden inzwischen entdeckt von denen, die eine neue Geldquelle wittern. Logisch, immerhin kann ich mit 20% der Bevölkerung eine ganz neue Zielgruppe erreichen, die noch dazu unglaublich dankbar dafür ist, überhaupt einmal wahrgenommen zu werden! Da wäre ich keine gute Verkäuferin, wenn ich sie links liegen ließe. Also behaupte ich z.B. als Versicherungsvertreterin natürlich, ich sei hochsensibel. (Das ist nichts gegen Versicherungsvertreter, ehrlich!)

​Das bedeutet für Sie, dass Sie in einigen Lebensbereichen etwas an den Tag legen müssen, das Ihnen im Grunde fremd ist und nicht zu Ihrem Naturell passt: ein gesundes Misstrauen. Und das ist anstrengend.

Warten Sie auf einen Ratschlag?

Den habe ich nicht. Ich bin ebenfalls hochsensibel und möchte niemanden schlagen, auch nicht mit Rat. 😉 Aber ich habe inzwischen eine Menge Schutzmechanismen entwickelt, die mir das Hochsensibelsein leichter machen.

Einer davon ist Abschalten, egal, wo ich mich gerade befinde. Dann suche ich mir einen Punkt, starre den an und lasse alles andere an mir vorbeirauschen. Das ist so ein bisschen wie Meditieren in der Bahnhofshalle, funktioniert aber inzwischen sehr gut.

Manchmal stelle ich mir auch vor, wie ich die Störenfriede um die Ecke bringe. Das mache ich nicht „in echt“, aber es bringt mich zum Lächeln. Und die, die ich gerade gedanklich abgemurkst ​habe, fühlen sich von mir freundlich angenommen. Wenn das keine Win-Win-Situation ist!

​Das reicht Ihnen noch nicht? Sie würden gern mit einem Menschen reden, der sich mit dem Thema seit geraumer Weile beschäftigt und eine Menge eigener Erfahrungen gesammelt hat? Sie brauchen Austausch, das Gefühl, verstanden zu werden, ohne viel erklären zu müssen? Sie ​wollen ​einen neuen Weg finden, ihn aber nicht allein gehen?

Ich begleite Sie gern!

​Und wenn Sie Teil eines Netzwerkes von Frauen, die ebenfalls hochsensibel und/oder „einfach besonders“ sind, werden wollen: Abonnieren Sie meinen Newsletter und erhalten Sie regelmäßig neuen Input (nicht nur) für Hochsensible und Vielbegabte.

Eines ist sicher: Sie sind ein wunderbarer Mensch – genauso, wie Sie sind!

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