Home Office ist wunderbar! Aber diese 3 Dinge mag ich nicht daran.

Sabine Scholze sitzt vor ihrem Schreibtisch am Laptop und kratzt sich am Kopf.

Ich liebe es, selbstbestimmt im Home Office zu arbeiten und frei über meine Zeit zu verfügen. Ich kann mich morgens um 4:00 Uhr an den Schreibtisch setzen und während meiner ersten Zeilen ein kostenloses Vogelkonzert hören. Ich kann zwischendurch aufstehen und ein paar Yoga-Übungen machen, ohne Irritationen bei meinen Büronachbarinnen auszulösen. Ich kann laut Musik hören und auf meinem Hocker herumwippen – oder sogar aufspringen und schnell ein paar Minuten tanzen.

Doch genau die gerade aufgezählten Vorteile können sich auch ins Gegenteil verkehren, wenn ich nicht gut aufpasse.

Kannst Du heute den Einkauf/Tierarztbesuch/Irgendetwas anderes erledigen? Du machst doch nur Home Office!

Ja, ich bin zuhause! Aber das bin ich nicht, um abzuwaschen, den Rasen zu mähen, den Dachboden zu entrümpeln oder die Schwiegermutter zu chauffieren! Ich bin zuhause, um zu arbeiten.

Irgendwann habe ich mir so einen Türanhänger gekauft: „Bitte nicht stören!“ Das hat meine Mitbewohner maximal irritiert. Weil ich mich abgekapselt habe. Weil das unhöflich sei. Weil, ich könnte doch ruhig schnell mal… Nein! Kann ich nicht! Will ich vor allem nicht!

Aber glücklicherweise gibt es ja diese riesigen Kopfhörer. Sie signalisieren einerseits sehr deutlich, dass ich nicht ansprechbar bin und führen andererseits dazu, dass ich nicht mitbekomme, wenn mich jemand ansprechen will.

Das ist noch nicht die optimale Lösung. Aber ich bin auf einem guten Weg, denke ich.

Ich habe Rücken!

In der Einleitung habe ich geschrieben, dass einer der Vorteile des Home-Office darin besteht, einfach zwischendurch ein paar Yoga-Übungen machen zu können. Die einzige Voraussetzung dafür: Frau muss es auch tun. 😉

Wenn ich mich aber gerade in meinen Satzbau verbissen habe oder mit einem besonders renitenten Plugin herumschlage, denke ich nicht einmal daran, kurz aufzustehen und ein bisschen zu stretchen. Ganz im Gegenteil: Ich scheine immer weiter vor meinem Laptop in mich zusammenzusinken und eine Haltung einzunehmen, die ich nur „sitzende Neandertalerin mit Tendenz zum Buckeln“ nennen kann. Und erst, wenn es zwickt und zwackt oder mir irgendein Körperteil eingeschlafen ist, fällt mir ein, dass ich mich ja ein bisschen bewegen könnte.

Blöderweise bin ich dann, wenn ich es merke, schon so verspannt, dass es mich mehr Zeit kostet, dagegen anzudehnen, als es mich gekostet hätte, einmal die Stunde für zwei Minuten zu stretchen. Und natürlich muss ich dann auch mit mir schimpfen, weil ich als Expertin für ein gutes Leben an 365 Tagen nicht einmal für drei Minuten nett zu mir bin.

Ich kapituliere vor meiner eigenen To-Do-Liste

So sieht mein Schreibtisch aus, wenn ich im Home Office bin: Notizbücher, eine Menge Fachliteratur, ein aufgeklappter Laptop, ein Fenster mit schönem Blick nach draußen und Rocky Balboa an der Wand.
So sieht mein Schreibtisch aus, wenn ich so richtig Home Office mache. 😉

Seit einiger Zeit schreibe ich an den Tagen, an denen ich zuhause arbeite, ein Morgen- und ein Abendjournal. Im Morgenjournal landet unter anderem meine To-Do-Liste für den Tag, inklusive allen wichtigen Erledigungen außerhalb meiner Selbständigkeit: Sport, Haushalts-, Garten- Büro- und Behördenkram, soziale Kontakte, Frollein Frieda…

Diese Liste hat die Tendenz zum Ausufern. Deswegen schreibe ich manchmal die geschätzte Zeit, die ich für die einzelnen Punkte benötige, daneben. Und komme gern einmal auf 14 Stunden. Dann sage ich mir: „Ist ja auch Sport und Hunderunde dabei. Schaffst du!“

Aber ich schaffe es natürlich nicht. Wie auch? Ein guter Blogartikel oder Newsletter braucht nun einmal ca. drei Stunden. Die Konzeption eines Selbstcoaching-Tools funktioniert auch nicht „mal eben so“. Und an dem geplanten Läufchen von einer Stunde hängen eben noch Anziehen, Faszienrolle vorher, Stretching nachher, Duschen… dran – und machen es zu einer fast zweistündigen Aktion.

Das könnte etwas mit meinem Hang zur Selbstoptimierung zu tun haben, der gern einmal ausufert. Denn die Tatsache, dass ich ihn bei meinem Gegenüber erkenne, heißt noch lange nicht, dass ich merke, wenn ich mich gerade wieder selbst zur eierlegenden Wollmilchsau im Geschwindigkeitsrausch erkläre.

Was tun?

Meine Lösung gegen Störungen von außen ist Kommunikation – oder deren ganz gezielte Verweigerung mittels Kopfhörer und lauter Musik. 😉 „Ich arbeite heute am Schreibtisch. Und wenn ich trotzdem frei im Haus herumlaufe, mache ich gerade die Pause, die meine Chefin mir vorgeschrieben hat. Für alle Erledigungen bin ich wieder da, wenn ich fertig bin.“ Nein, ich sage keine Uhrzeiten! Denn dann nehme ich mir ja genau die Freiheit, die ich am Home Office so schätze.

In der Umfrage, die ich Anfang der Woche gestartet habe, weil ich wissen wollte, welches Selbstcoaching-Tool Du Dir wünschst, stand „Selbstfürsorge“ ziemlich weit oben. Ich werde das nutzen und selbst üben. Indem ich mir meine Uhr stelle beispielsweise. Und immer, wenn sie an meinem Handgelenk rappelt, aufstehe und ein paar Sonnengrüße mache beispielsweise. Ich werde berichten.

Was meinen Hang zu überbordenden To-Do-Listen angeht: Den habe ich. Und inzwischen die Gelassenheit, mich über das, was ich geschafft habe, zu freuen. Ohne mich über das, was ich nicht erledigt habe, zu ärgern. Klar, ich frage mich dann, warum ich mich wieder so vollgepackt habe. Warum in meinem Home Office manchmal mehr Druck ist als bei Akkordarbeit am Band. Welches meine Glaubenssätze sind, die mich dazu bringen, mich derart anzutreiben.

Aber ich muss mir ja auch noch ein paar Forschungsgebiete offenlassen! 😉

Du hast auch diesen Hang zur eierlegenden Wollmilchsau? Dann bist Du vielleicht eines dieser nimmermüden und neugierigen Multitalente? Wir sollten uns kennenlernen!

Du willst mehr?

Mehr Geschichten? Mehr Gelächter? Mehr gute Gefühle? Mehr Hachwasgehtesmirheutegut?

Dann abonniere meine Denkanstöße!

Ich versende meinen Newsletter ein- bis zweimal pro Woche. Und ich verspreche Dir, dass ich keinen Spam versende! Erfahre mehr in meiner Datenschutzerklärung.

Jetzt isses aber gut - Dein neues E-Book!

Trage hier Deine Kontaktdaten ein, und Dein kostenloses E-Book macht sich sofort auf den Weg zu Dir!

Abonniere meine Tipps und Denkanstöße für ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben an 365 Tagen pro Jahr!

Ich verspreche Dir außergewöhnliche Ideen, Spaß beim Lesen und viel Persönliches.

Du kannst Dich jederzeit abmelden. Erfahre mehr in meiner Datenschutzerklärung.

4 Gedanken zu „Home Office ist wunderbar! Aber diese 3 Dinge mag ich nicht daran.“

  1. Du beschreibst mein Leben ;))). Die Erwartungen der anderen sind scheinbar weniger. Mich muss man schonen.
    Sich beim Arbeiten zu verlieren, sich selbst zu viel zu zumuten.

    1. Dann herzlich Willkommen im Club, liebe Silke! Und ich habe so eine Ahnung, dass diese Erwartungshaltungen sehr viel mit Vielbegabung und HSP zu tun haben – und dass wir Frauen besonders gut darin sind, uns (zu) viel zuzumuten… 😉

  2. Wundervoll geschrieben. Und dieses typische: „Du bist doch eh Zuhause…“ – selbst nach einem Jahr kollektivem Homeoffice ist der zweite Teil von HomeOFFICE noch immer nicht in den Köpfen angekommen. – Manchmal nicht mal im eigenen ^^

    1. So ist es! Deshalb heißt meine nächste Etappe auch „Hundefreundliches Außerhausbüro in fußläufiger Reichweite.“ 😉

      Und lieben Dank für Deine schöne Rückmeldung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.