10 Gründe, warum ich aufgehört habe, Nachrichten zu konsumieren

Neuronenfeuerwerk

Ich bin früh aufgestanden und sitze mit meinem Kaffee am Schreibtisch. Mein Plan: An meinem E-Book arbeiten. Sofort. Ohne den Umweg über Zeitfresser wie Nachrichten oder Social Media.

Doch blöderweise habe ich als Erstes nicht die Word-Datei mit dem Entwurf geöffnet, sondern Facebook. Und – schwupps! – hänge ich in einer Endlosschleife von Erbostheit, Wut, Aufregung, Kopfschütteln, Fassungslosigkeit… Dem ganzen Programm, das mein äußerst leistungsfähiges Gehirn zur Verfügung stellt, wenn es will, dass ich „informiert“ bin. Und was ausschließlich dazu führt, dass ich mich so richtig Sch… fühle.

Nachrichten – so wichtig?

Wenn ich schon einmal dabei bin, kann ich doch gleich einen Blick auf die Nachrichten werfen. Aha. Neue Corona-Maßnahmen wurden verkündet. „Was, zum Donner, soll denn das jetzt wieder?“ Mein Gerechtigkeitsempfinden möchte, dass ich mich ordentlich hineinsteigere in dieses Gefühl von „Das kann doch alles nicht wahr sein!“.

Und auch das örtliche Käseblatt hat nichts zu bieten als Aufreger. Einmal mehr habe ich das dringende Gefühl, mich politisch betätigen zu müssen. Vielleicht wenigstens eine Online-Petition unterschreiben… War da nicht diese interessante Analyse in der TAZ? Vielleicht sollte ich noch einen bissigen Kommentar bei Facebook oder Twitter verfassen?

Nachrichten aus aller Welt.

Machen Nachrichten uns glücklich?

Dankbarkeit und kreative Ideen haben sich längst verabschiedet und Platz gemacht für Sarkasmus und ein deprimierendes Gefühl von Sinnlosigkeit. Es geht mir nicht mehr gut. Ganz im Gegenteil, ich steigere mich immer mehr hinein in meine Wut. Und dann fängt auch noch der Nachbar von schräg gegenüber an, den Bürgersteig vor seinem Haus zu fegen! Ist der denn völlig bescheuert? Wir stehen kurz vor dem Weltuntergang, und der macht sauber? Blödmann!

Merkst Du etwas? Gut. Ich nämlich nicht. Jedenfalls nicht, wenn ich mich in der beschriebenen Endlosschleife befinde. Denn mein Blickfeld ist eingeschränkt und meine Konzentration nur auf das gerichtet, was in dieser Welt nicht gut ist. Und spätestens dann höre ich damit auf, für mich und meine Umgebung erträglich, geschweige denn eine Bereicherung zu sein.

Wie geht es Dir nach dem ausgiebigen Konsum aller Nachrichtenkanäle, die die heutige Zeit zu bieten hat? Zaubert Dir die morgendliche Zeitungslektüre ein freundliches Lächeln auf die Lippen? Wie ist es mit den Troll-Kommentaren unter dem Artikel, den Du eigentlich gar nicht zu lesen geplant hattest? Machen die Dich froh? Nein?

Warum liest Du diesen Mist?

Wollen wir so sein? Ist es unser Wunsch als hochsensible Persönlichkeiten, uns auf alles das zu konzentrieren, was uns Sorgen macht oder aus der Fassung bringt? Nö. Warum machen wir es trotzdem?

Keine Ahnung.

Möglicherweise könnte ein Gehirnforscher oder Neurobiologe mit einer wissenschaftlichen Erklärung aushelfen.

Das menschliche Gehirn während des Konsums von Nachrichten.

Brauchen wir eine wissenschaftliche Erklärung? Ich behaupte: Alles, was wir brauchen, ist die Konzentration auf das, was wir wollen und was uns gut tut.

Was brauchst Du wirklich?

Was tut Dir gut? Falls Du diese Frage nicht beantworten kannst, wenn ich Dich nachts um 3:00 Uhr anrufe: Vielleicht magst Du Dir ein paar Tage Zeit nehmen und darüber nachdenken – natürlich nur, wenn auch Du das Bedürfnis hast, aus der oben beschriebenen Endlosschleife herauszukommen.

Ich habe das auch gerade einmal wieder getan:

10 Dinge, die ich nicht tue, während ich Nachrichten konsumiere

  1. Schreiben. Dir, Geschichten, Blogposts, Tagebuch…
  2. Fotografieren.
  3. Mit Frollein Frieda spazieren gehen.
  4. Laufen.
  5. Den Vögeln beim Zwitschern zuhören.
  6. In der Sonne sitzen.
  7. Zubereiten und/oder Verspeisen einer guten Mahlzeit.
  8. Lesen.
  9. Eine angenehme Unterhaltung mit meiner Freundin führen.
  10. Gute Laune haben.

… und genau diese Dinge sind meine 10 Gründe, warum ich schon längere Zeit Augen und Ohren von Nachrichten lasse.

Natürlich kann ich das alles trotzdem tun. Aber es wird überschattet von meiner schlechten Laune, die ich mir angelesen habe, von Wut über Umstände, die ich nicht beeinflussen kann, vielleicht sogar von (Zukunfts-) Ängsten.

Welches sind Deine 10 Gründe?

Was tut Dir gut?

Schreib es in den Kommentaren. Oder schreib mir, in welchen Momenten Du einfach nicht aus der „Ich denke mich schlecht“-Nummer herauskommst. Schreib mir, wenn Du Dich schon immer auf das Gute konzentriert hast – die anderen Leserinnen und ich wollen wissen, wie Du das machst! 😉

Ich freue mich auf Deine Gedanken und Erfahrungen!

5 Gedanken zu „10 Gründe, warum ich aufgehört habe, Nachrichten zu konsumieren“

    1. Ohja! Wenn ich mit meiner lieben (Gassi-) Freundin und weiteren 12 Beinen spazierengehe, maule ich möglicherweise auf den ersten Kilometern noch rum. Aber irgendwann ist es dann gut. Richtig gut. Dafür gilt mein Dank auch genau dieser (Gassi-) Freundin, die meine Maulerei aushält und trotzdem beim nächsten Mal wieder mitkommt. 🙂

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  2. Wie gut du diese Reinsteiger-Schleifen beschreibst! Ich hab Nachrichten schon vor Jahren verbannt – und recherchiere gezielt, wenn was interessantes oder notwendiges meinen Weg kreuzt. Warum? Weil ich mich nach Nachrichten nicht nur schlecht sondern regelrecht hilflos fühlte. Geballte Probleminfirmationen ohne Lichtblick oder Lösungsansatz. Da geh ich lieber Türen und Möglichkeiten suchen. 🙂

    1. Du hast sowas von Recht! 😉 Und ich bin sehr sicher: Mit dem Konsum von Nachrichten und den darauf folgenden von Dir beschriebenen Gefühlen werden wir der Welt keine Hilfe sein… Möglichkeiten- und Türensucherinnen tun ihr ganz bestimmt besser.

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